Zur Einstimmung auf eine Ausstellung zum Thema Mode vom 18. bis zum 20. Jahrhundert habe ich einen kleinen Apfelkuchen gebacken nach einem Rezept aus dem 18. Jahrhundert.
Die Ausstellung hat ein paar sehr schöne Stücke, die unglaublich gut erhalten sind. Leider haben sie die nicht so aufgestellt, dass man sie von allen Seiten betrachten könnte. Schade! Ich hätte mir gern den genauen Faltenwurf, die Nähte, uswusf angeschaut. Spiegel hätten auch bereits sehr geholfen…. Ich habe sofort wieder Lust bekommen, mir eine Robe à la Francaise zu nähen. Solche Kleider sind so wunderschön!
Das Rezept habe ich bei Delia Smith gelesen. Die hatte es in einem Museumsarchiv gelesen. Und ich breite hier meine Übersetzung aus und das, was ich daraus gemacht habe.

Original Sahne-Apfelkuchenrezept aus dem 18. Jahrhundert

Teig: 110g Mehl
25g Butter
25g Talg
Wasser zum Mischen

Füllung:

4 große Kochäpfel
2 El Wasser
50g Butter
2 EL feiner Zucker
3 einfache Kekse (zerkrümelt)
geriebene Schale einer Zitrone
2 EL Brandy (oder Cider)
Muskat
3 Eigelb
65ml Crème Double

Den Ofen auf 180° vorheizen.
Eine 20cm Tartenform einfetten.
Ohne das Wasser einen krümeligen Teig herstellen, diesen mit gerade soviel Wasser versetzen, dass ein glatter Teig ensteht. In Klarsichtfolie einwickeln und 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. Die Form damit auskleiden und den Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen. 20 Minuten backen.
In der Zeit die Äpfel schälen, entkernen und mit dem Wasser sehr weich kochen. In eine große Schüssel geben und mit den restlichen Zutaten zu einem glatten Püree verarbeiten. (Achtung: Das Ei nicht zu schnell dazugeben. Sollte das Mus noch zu heiß sein, gibt es den gefürchteten Rühreieffekt).
In die Form geben und für 30 Minuten backen.

So, ich habe das Ganze ein klein wenig abgewandelt: kein Talg, stattdessen insgesamt 50g Butter.
Ich habe den Teig erst 10 Minuten blind und dann noch 10 Minuten so gebacken.

Ich hatte keinen Brandy zur Hand und habe stattdessen Williams Christ dazugegeben.

Statt der einfachen Kekse habe ich 4 EL gemahlene Walnuss dazugegeben.

Nachdem die Füllung in der Form war, habe ich noch 2 handvoll Brombeeren dekorativ darin verteilt. Das macht geschmacklich zwar nicht sehr viel aus, sieht aber viel hübscher aus!

Deutlich zu erkennen, dass auch Delia Smith, dass Rezept schon vorsichtig angepasst hatte: Klarsichtfolie ist genausowenig historisch wie der Kühlschrank oder die genauen Temperatur- und Zeitangaben.

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