In meiner Unwissenheit war ich lange Zeit der festen Überzeugung, dass Salatcreme und Mayo das Gleiche seien. Sowas wie Country und Western. Eine erste Idee, dass dem nicht so sein könnte, gab es als ich Good Omens von Pratchett und Gaimann gelesen habe:

[…] if you stem from a country where the tradition asks for mayonnaise instead of salad cream: don’t ask. Simply don’t ask.

Hat mich einerseits neugierig gemacht, hab es aber auch gleich wieder vergessen, bis ich neulich ein Rezept für Salad Cream gelesen habe. Ich glaube, dass es in Forever Summer von Nigella Lawson gewesen ist. Jedenfalls: schmeckt wirklich anders als Mayo und ist eine sehr leckere Salatsauce in eigenem Recht. Sehr sanft und zurückhaltend und auf eine angenehme Art und Weise schlicht.

Salad Cream - Kochen für Schlampen

Salad Cream

ca. 350ml

1/2 TL Senf – schlichten, glatten Senf. Nichts körniges oder modern-fruchtiges
1 gehäufter EL Mehl
1 TL Zucker
1/4l Milch
1 Ei, verquirlt
4 EL Essig – Apfelessig, Estragonessig oder Zitrone. Kein Balsamico oder so.
1 EL Öl, Sonnenblume, Raps, Distel – kein fruchtiges Olivenöl
Salz, Pfeffer mit einer Option auf Kräuter

Dieses Dressing ist eher altmodisch. Gute Zutaten – auf jeden Fall. Aber bitte nicht mit Apfelbalsamico von Gölles oder so zerhauen. Die Sauce lebt von ihrer Schlichtheit und davon, dass sich keine der Zutaten in den Vordergrund drängt.

So. In einer feuerfesten Schüssel Senf, Mehl, Zucker, 1 TL Salz und Pfeffer mit ein wenig Milch glattrühren. Über Wasserdampf stellen und nach und nach die Milch unterrühren. Ei und Essig dazu, weiterrühren bis die Sauce eindickt. Das dauert gut und gern 10 Minuten. Öl unterrühren, abkühlen lassen und abschmecken.

Fertig.

Ich habe für den Tomatensalat 1/2kg Datteltomatem geviertelt, eine große Frühlingszwiebel in Ringen und eine handvoll gehackte Petersilie mit 4 EL Salad Cream gemischt.

Sehr lecker.

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