Man hatte mich dorthingeschickt, menschen die es gut mit mir meinten. In den ‚Globus am Bellevue‚, in die lebensmittel abteilung im souterrain. Nich so vielfältig wie die feinschmeckeretage im KaDeWe oder so brachial wie das food-angebot bei Harrods. Eigentlich klein, eher. Aber nichts, aber auch gar nichts dort war nicht exclusiv und teuer. Etwa einfache pasta: fehlanzeige! Stattdessen: Hausgemachte frische pasta die auf wunsch ins lieblingsformat gedrechselt werden! Kein einfacher tomatenschlonz im glas. Nein! Edel italo-sugo-basiselement für 12 euro das glas (ich übertreibe nur geringfügig).

Aber etwas gutes hat der laden. Inmitten dem ganzen nobelkrams fand ich ein unbekanntes stück fleisch: Schweinefilet vom schwarzfussschwein (pata negra). Hoch, dacht ich mir, da muss das instant filet wellington daneben eben warten bis ich das nächste mal herkomme. Kein problem, denn der freundliche verkäufer teilte mit „das haben wir eigentlich immer im angebot“. Neue welten!

Die bereitung war ein remake von den schon früher beschriebenen ansatz bruder johns, das filet mit gehackten pistazien und feigen gefüllt im ofen zu garen.

Aber der reihe nach. Am längsten dauert das kartoffelgratin. Fotodokumentation zum mitmeisseln für das gratin kommt ein anderes mal. In dem gratin hab ich alle reste der angebrochenen speckwürfel und champignons versenkt. Der gratinierkäse war irgendein teil, das mir die käsethekenfrau bei marinello picobello auf die frage hin gab „ich nehm da wo ich herkomme immer gouda. Was nehmen sie denn fürs kartoffelgratin, wenn sie keinen gouda haben?“. Junger, sahniger, mild-würziger schweizer schnittkäse mit einer rinde, die nach dem anfassen die hände so riechen lässt als hätte man tagelang ohne unterbrechung an den füssen gespielt. Aber spitzen gratinierqualität!


Kartofelrestegratin etwa 13 minute vor ETA.

Doch zum wesentlichen: Das ausgepackte filet von den groben häuten befreien, die dünnen, fitzeligen enden ab- und das hauptstück der länge nach bis etwa zur hälfte einschneiden.


Salzen und mit zerstossenen pistazien und kleingeschnittenen feigen füllen.


Mit bratengarn zubinden und von aussen auch salzen.


In rapsöl brutalstheiss ansautieren, so dass es nach etwa 4 minuten ansautiererei bei 100 grad in den ofen kann wo bis eben noch das gratin stand. Fleischthermometer rein und den ausmacher auf 66 grad kernzieltemperatur scharfmachen bei einer ofentemperatur von 90 grad.

Die sauce war mal wieder gemogelt und eigentlich eine suppe. Im ‚bellevue am globus‘ souterrain hatte ich in der convenience foodkühltheke eine morchelsuppe gefunden. Aufschneiden, im topf heiss machen und wenig einkochen, zack: prima braten- und gratinsauce. Wär er im haus gewesen, hätte ich noch einen tick sherry oder sowas dareingetan, war aber nicht. Trotzdem gut. Naja, gut genug, gemessen am aufwand.


Am ende noch den bratensaft vom ofengarenden filet dazu. Fleisch aufschneiden und alles arrangieren, kulleraugen ernten.

Den salat aus dem vorherigen eintrag gab es auch. Ist nur nicht auf dem bild.


Für resteessen ganz OK.

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