Neulich gab es ja schon einen Rührkuchen,  jetzt gibt es einen Rührkuchen und ich plane für das nächste Wochenende, wieder einen Rührkuchen zu machen. Ein wenig habe ich das Gefühl, dass es beim Backen ähnlich ist wie beim Nähen historischer Kleidung. Man fängt mit einfachen Sachen an, weil man kompliziertere Sachen eh nur vermasseln würde und  ist dann irgendwann unglaublich stolz, dass man die Festkleidung des Adels nähen kann und macht das nur noch. Nur um dann irgendwann festzustellen, dass mittelklasse Alltagskleidung die eigentliche Herausforderung ist.

Genauso habe ich irgendwann mit Rührkuchen beim Backen angefangen, habe mich zu (relativ) elaborierten Torten hochgearbeitet und finde es nun viel spannender, einfache Kuchen wirklich gut hinzubekommen. Nächstes Wochenende will ich einen Kuchen machen, der auf das absolute Minumum reduziert wurde. Er besteht ausschließlich aus Mehl, Zucker, Butter und Eiern. Es wird keine Möglichkeit geben, mangelnde Qualität bei auch nur einer der Zutaten zu überdecken. Ich bin gespannt. Dieser Kuchen ist nicht ganz so reduziert – es ist ein wunderbarer Zitronenkuchen. Ich habe sogar ein kleines Stück probiert – sehr lecker. Und weil ich die Cup-Angaben von Carole Walters überhaupt nicht leiden kann, habe ich ein paar offizielle Umrechentabellen zu Hilfe genommen und hier normale Einheiten angegeben. Ergebnis:

zitronenruehrkuchen

Zitronenrührkuchen

Für eine 23*12 cm Rührkuchenform, eine 24er Kranzform oder eine 1,5l Gugelhupfform

  • 175 g Mehl, gesiebt
  • 1 TL Backpulver
  • 1 gute Prise Salz
  • 170 g Butter, zimmerwarm und in Würfeln
  • abgeriebene Schale von 1 1/2 Zitronen
  • 110 g Frischkäse, in Würfeln
  • 280 g Zucker
  • 3 Eier (L), getrennt
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 Pck Vanillezucker
  • 1 Prise Weinstein

Form fetten und mehlen. Ofen auf 160° vorheizen. Mehl, Backpulver und Salz mischen, bei Seite stellen. Butter schaumig rühren, Frischkäse nach und nach dazu geben. Zucker hinein und für etwa 5 Minuten rühren. Die Eigelb nach und nach dazu geben, Zitronensaft und Vanille am Ende unterrühren. Die Eiweiß schlagen, bis sich es schön schaumig ist, das Weinstein dazu geben und schlagen, bis sich weiche Spitzen bilden. Das Mehl zur Buttermischung geben. Den Eischnee mit einem Metalllöffel portionsweise unterheben. In die Form füllen und ca. 50 Minuten backen. Stäbchenprobe machen. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.

Wenn man wie ich die Form nicht ganz ordentlich genug gefettet und gemehlt hat, sieht es ein wenig angenagt aus, wenn man den Kuchen aus der Form holt. Ein wenig Puderzucker ist hier Dein Freund – sieht festlicher aus und überdeckt kleinere Fehler. Man kann sicherlich auch einen Zitronenzuckerguss nehmen. Ich würde das wahrscheinlich nur machen, wenn ich den Kuchen in einer Kastenform backe.

Sehr lecker und zitronig.

Es ist eine schöne Variante, wenn man unter das Mehl noch 3 EL Mohnsaat mischt. Wird ein wenig bunter.

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