Aus der restlichen Trüffelbutter musste ich dringend noch weiter Essen gestalten. Den Plan, eine ganz schlichte Kartoffelsuppe mit handgedrehter Brühe herzustellen, habe ich in die Tat umgesetzt. Und ich kann nur sagen, dass ich froh bin, dass ich NIEMANDEM was abgeben musste. Ich habe alles alleine aufgegessen und das mit Wonne. Bei mir ist gerade eine merkwürdige Mischung aus häuslich und nicht wirklich kochen wollen. Einerseits habe ich gar kein Problem damit, mich hinzustellen und eine Brühe von Grundauf selber zu kochen, andererseits streike ich teilweise schon bei dem Gedanken, mir ein Abendessen machen zu sollen. Entsprechend pfusche ich nur was hin und bin hinterher unzufrieden. Das hier war glücklicherweise das Ergebnis eines Tages im Domestic Goddess Modus. Genauer: ich habe zwei Tage darauf verwendet. Den einen Abend habe ich die Brühe hergestellt, den anderen dann die Suppe gekocht. Und in Erinnerung daran, sollte ich mich wieder ein wenig disziplinieren und jeden Tag ordentlich kochen, dann bin ich nach dem Essen auch nicht mehr so unzufrieden. Denn nach dieser Suppe kann man gar nicht unzufrieden sein. Das ist Glück zum Löffeln.

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Gemüsebrühe

ergibt 1,5 Liter

  • 1 1/2 EL Butterreinfett
  • 1 1/2 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln, geschält, halbiert und jede Hälfte mit einer Nelke gespickt
  • 4 Lorbeerblätter
  • 4 Stängel Liebstöckel, gehackt, mit Stil und allem
  • 1 kleine Lauchstange, in dicken Ringen
  • 1 Handtellergroßes Stück Knollensellerie, geschält und in Würfeln
  • 3 Möhren, geputzt und in dicken Scheiben
  • 1 kleine Zucchini, in dicken Scheiben
  • 1 mittlere Kartoffel, geschrubbt und in Würfeln
  • 1 1/2 Paprika, entkernt und gewürfelt
  • 1 Handvoll dicke Bohnen, enthülst (TK oder frisch)
  • 1 Kochapfel, entkernt und in groben Würfeln
  • je 1 TL Thymian, Estragon, Kerbel, schwarzer Pfeffer, alles getrocknet
  • 3 l kaltes Wasser
  • Meersalz
  • 1 Handvoll Petersilie, frisch gezupft und gehackt

Gemüsebrühe mache ich immer aus dem, was gerade im Hause ist. Entsprechend schmeckt sie jedes Mal ein wenig anders. Wäre ich ein wenig planerischer und sparsamer veranlagt, würde ich in der Woche, bevor ich die Brühe koche immer die Gemüseabschnitte und dergleichen sammeln. Das gelingt mir nur nie. Also muss ich mich mit einem Bund Suppengrün und dem übrig gebliebenem Gemüse der vergangenen Woche begnügen, dass sich so in meinem Kühlschrank ansammelt. 

Das Prinzip ist immer das gleiche und tüteneinfach: im mittelheißen Fett die Zwiebeln 5-10 Minuten anbraten. Das Gemüse in der Reihenfolge dazugeben, wie es hinterher gart. Nach weiteren 10 Minuten die Kräuter und Gewürze dazu geben und mit kaltem Wasser aufgießen. Bis auf die Petersilie ist jetzt alles im Topf. Langsam zum Kochen bringen und offen köcheln lassen, bis noch etwa 1,5 Liter übrig sind. Das dauert etwa 2 Stunden. Die letzten 10 Minuten die Petersilie dazu geben. Die Brühe wahlweise durch ein Mulltuch abgießen oder einfach nur durch ein feines Haarsieb. Im Kühlschrank verschlossen bis zur Verwendung aufheben.

Ich salze meine Brühe immer nur sehr vorsichtig: ich habe jedes Mal Angst, dass sie mir beim reduzieren zu salzig würde, auch wenn das bisher nie passiert ist.

Diese Brühe ist sehr leicht, fast schon fruchtig im Geschmack.

 

Kartoffelsuppe mit Trüffelbutter

4 Portionen

  • 1 EL Butter
  • 1 Schalotte, gewürfelt
  • 800 g Kartoffeln, mehligkochend, geschält und gewürfelt
  • 800 ml Brühe
  • Salz
  • 80 g Trüffelbutter (ich hatte welche mit schwarzen Trüffeln, weiße Trüffelbutter ist geschmacksintensiver, entsprechend weniger braucht man)

Die Schalottenwürfel in der zerlassenen Butter glasig dünsten. Die Kartoffeln dazu geben und mit der Brühe auffüllen. Zum Kochen bringen und zugedeckt so lange köcheln lassen, bis die Kartoffeln schön weich sind, ca. 15 Minuten. Die Suppe pürieren und evtl. nachsalzen. Die Trüffelbutter hineinschmelzen und fertig.

Wunderbar.

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