Barbara hat gefragt und viele haben geantwortet. Bei mir hat es ein wenig länger gedauert, aber nun ist auch bei mir ein Blick aus meinem Küchenfenster zu begutachten. Ich wohne in Kreuzberg 61 und wie man schon am ersten Bild erkennen kann, im Erdgeschoss. Nach vorne raus ist es Hochparterre, der Hof ist erhöht, so dass man aus dem Wohnzimmer direkt in den Garten kann, ohne Stufen klettern zu müssen. Vor einem Jahr bin ich in die Gegend gezogen & es gefällt mir sehr gut hier. Natürlich bis auf Kleinigkeiten. Die Küche geht schön nach Osten, so dass die Morgensonne hineinstrahlen kann. Wenn sie denn mal strahlt und nicht wie jetzt gerade alles in eher dunklen Farben daherkommt, weil es gar scheußlich graues Herbstwetter ist. Obwohl ich eigentlich recht viel Stauraum in der Küche habe, lagert sich doch das eine oder andere erst vorübergehend und dann  permanent auf dem Fensterbrett an, wie man sieht…


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Wenn man die pinken Raffrollos einmal anhebt, klärt sich auch der Blick der Gegend dahinter. Man sieht von meiner Küche aus auf das Sackgassenende und den Parkplatz der Anwohner dahinter. Die Sackgasse ist einer der beliebtesten Spielorte der Kinder aus der Nachbarschaft. An und für sich bin ich sehr dafür, wenn Kinder draußen spielen und sich dabei auch noch sportlich betätigen – meist wird Fußball gespielt – aber ich habe entschieden etwas dagegen, wenn sie immer wieder mein Fenster mit dem Fußball treffen. Aus irgendwelchen Gründen haben sie in der letzten Zeit weniger gespielt…. Eine der Sachen, die mir beim Spielen der Kinder aufgefallen sind, ist, dass die Jungs seit ein paar Monaten auch die Mädels mitspielen lassen. Was insbesondere deswegen in meinen Augen bemerkenswert ist, weil es alles kleine Türken- und Araberbengel sind (meist in der Ausgabe ‚rotzfrech‘). An der Stelle kommt die kleine Emanze in mir durch und ich freue mich über diese zarten Anzeichen der Gleichberechtigung.

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Direkt hier in der Straße sind eigentlich nur Neubauten – die Gegend ist zu gründlich zerbombt worden, als dass schöne Altbauten erhalten geblieben wären. Für architektonisch schönere Lösungen muss man eine Straße weiterlaufen, da fangen die liebevoll restaurierten Häuser aus der Gründerzeit an. Teilweise noch gesprenkelt mit Neubauten, meist aus den 80er Jahren. Es ist ein buntgemischtes Viertel – ein nicht unbeträchtlicher Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund, Alt-68ern, Studenten, jungen Familien und anderen. Das spiegelt sich auch in einem erstaunlichen Sammelsurium von Einkaufsmöglichkeiten wider: von dem letzten haaresträubend abschreckenden Discounter bis hin zu wundervollen kleinen Spezialitätengeschäften ist eigentlich alles vorhanden.

Glücklicherweise.

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