Oder auch: Schweizer Traditionskäse trifft auf japanische Comic-Katze. Schon vor einer ganzen Weile habe ich unterwegs Hello Kitty Pasta erworben. Ich weiß nicht genau warum, aber manchmal habe ich einen fatalen Hang zum Kitsch. Ich hatte immer keine rechte Idee, was ich mit so komischer Pasta anfangen soll, die eigentlich für Menschen mit der mentalen Reife von fünfjährigen hergestellt zu werden scheint. Andererseits, wenn ich sie schon da habe, muss sie auch verarbeitet werden. Und so, als ich mich daran erinnert habe, dass ich eigentlich die Glarner Zigerhörnli nachbauen wollte, habe ich die Schachtel wieder herausgeholt.
Glücklicherweise gibt es tatsächlich das Schabzigerstöckli bei Karstadt in der Wilmersdorfer Staße, da komme ich immer mal wieder vorbei und musste nicht erst noch suchen gehen. Da es der erste Ort ist, wo ich danach gesucht habe, habe ich keine Ahnung, in welchen Läden man denn nördlich der Schweiz sonst noch bekommen kann. Aber. Menschen, bei denen es den Käse nicht in Geschäften auf dem Weg von a nach b gibt, können versuchen, ihn über den Versandhandel der Originalfirma zu bekommen. Dann muss man zwar immer einen mittleren Vorrat bestellen, aber wahlweise teilt man dann mit lieben Freunden oder baut darauf, dass das Stöckli nicht so schnell umkommt.

Berliner Zigersanrios

für 2

  • 250 g kurze Pasta nach Wahl (Hörnli, Comic-Katzen…)
  • 1/2 Zigerstöckli (50 g)
  • 1 Zwiebel in feinen Halbringen
  • 1 EL Butter
  • 100 ml Sahne
  • Pfeffer, Muskat, evtl. ein wenig Salz

Pasta nach Bastelanleitung knapp al dente kochen.
Die  Zwiebelringe in der Butter hellbraun braten. Das war bei mir ein wenig mehr Herausforderung, weil ich natürlich keine normalen Zwiebeln mehr da hatte und stattdessen dann rote Zwiebeln genommen habe.
Das halbe Stöckli fein reiben, ich nehme dafür meine Microplane, baugleich zu der vom Zitronencurry, und mit der Sahne vermischen. Würzen und so lange sanft erhitzen, bis sich der Käse in der Sahne vollständig gelöst hat. Jetzt sollten auch die Nudeln fertig sein. Ein wenig von dem Kochwasser bei Seite stellen, Pasta abgießen und mit der Zigersahne vermischen. Evtl. ein wenig von dem Kochwasser dazugeben, damit alles fein saftig bleibt.
Auf Tellerchen verteilen und mit den gebräunten Zwiebeln garnieren. Wer mag, reibt noch ein wenig Schabziger über das fertige Essen.

Wunderbar, schnell, einfach und für mich mit mindestens mittlerem Exotikfaktor, handelt es sich doch um einen mir bis dato vollkommen unbekannten Käse, der in leicht grünlichem Gewand daherkommt.

Wird es so oder so ähnlich bestimmt noch öfter geben.

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