Beim aktuellen Wettekochen hat sich Schnick Schnack Schnuck das Thema

Blog-Event LXI - The Real Deal (Einsendeschluss 15. Oktober 2010)

ausgesucht. Die Aufgabe ist es, sich ein Fertiggericht, bzw. Convenienceprodukt zu nehmen und es in ordentlicher Qualität, evtl. leicht abgewandelt, selber herzustellen. Es traf sich sehr gut, dass etwa zeitgleich mit dem Thema ein Geburtstagskaffee im familiären Kreise anstand und ich gebeten wurde, einen Kuchen mitzubringen (Egal was, wird doch immer gut, wenn Du was bäckst). Die weite Entscheidungsfreiheit ist mir leider genommen worden und wurde eingeschränkt auf: Rührkuchen, mach doch bitte einen Zitronenkuchen oder Marmorkuchen, sowas einfaches halt. Kann ich ja auch. Außerdem gab es da dieses Rezept für einen mit Sirup getränkten Zitronenkuchen bei der Haushaltsgöttin, das ich schon länger mal austesten wollte. Ich mochte die Idee, den Zuckerguss soweit zu verflüssigen, dass man mit ihm den Kuchen tränkt, statt mit einer schützenden Schicht zu versehen. Soweit, so gut. Eingedenk des Event-Themas habe ich mich dunkel daran erinnert, dass es doch diesen Fertig-Teig für Zitronenkuchen gibt. Der wohnt im Supermarkt nichteinmal im Kühlregal, sondern neben den anderen Backmischungen. Der ist für die ganz faulen: hier muss nichts mehr hinzugefügt werden, keine Butter, keine Eier, gar nichts. Nur den Beutel aufschneiden, in eine Form geben, backen und fertig. Die Schachtel sieht so aus:

Drin ist auch etwas – nämlich die folgenden Zutaten:

Natürlich steht hier Tarte au Citron dran und nicht Zitronenkuchen, aber es sieht so aus und ist von den Zutaten her ein einfacher Zitronenrührkuchen. Unter einer Tarte au Citron verstehe ich eher so etwas wie das hier. Pflanzenöl per se ist im Rührkuchen nicht verwerflich, zumindest im Muffin habe ich das selber schon erfolgreich angewendet, muss aber gestehen, dass ich im Normalfall lieber Butter drin sehe (nein, auch keine Margarine). Zucker, Stärke, Vollei, Mehl… alles gut. Feuchthaltemittel Glycerin. Bäh. Da denke ich eher an Seife und überhaupt wird Glycerin  als Frostschutzmittel, Schmierstoff, Weichmacher und Süßungsmittel verwendet. Das ist nicht sehr vertrauensbildend. Salz, gut. Aroma, hmm… abgeriebene Zitronenschale ist auch Aroma, aber die Tatsache, dass hier nichteinmal ’naturidentisch‘ geschweige denn natürliches Aroma steht, lässt mich ein wenig misstrauisch sein. Backtriebmittel: unproblematisch. Kaliumsorbat soll unbedenklich sein und  hemmt das Wachstum von Hefen, Schimmelpilzen und einigen Bakterien, aber so gern habe ich das nicht in meinem Essen. Xanthan muss ich nicht haben, halte ich aber auch nicht für so arg problematisch. Riboflavin, obwohl es der Familie der B-Vitamine entstammt, ist selbst in Überdosierung nicht giftig und eigentlich nur dazu da, dem Kuchen eine schöne gelbe Farbe zu verpassen, schließlich ist keinerlei farbgebende Butter im Teig, könnte man also genausogut weglassen.

Dann doch lieber selber schnell einen Kuchen zusammenrühren, da weiß man, was man hat und es schmeckt noch dazu besser.

 

Draufsicht

 

 

Ansicht

 

 

Gesamtwerk

 

Getränkter Zitronenkuchen

23cm Kastenform

125 g Butter, weich
175 g Zucker
2 Eier, L
abgeriebene Schale einer Zitrone
150 g Mehl
75 g gem. Mandeln
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
4 EL Milch

1 1/2 Zitronen, Saft ausgepresst
100 g Puderzucker

Ofen auf 180° vorheizen. Kastenform buttern und mit Backpapier auslegen (um den Kuchen damit herausheben zu können).
Butter und Zucker schaumig rühren, dann Eier und Zitronenschale dazugeben. Restliche Zutaten sanft, aber gründlich unterrühren. In die vorbereitete Form geben und für 3/4 Stunde backen. Stäbchenprobe machen.
Währenddessen den Sirup herstellen: Zucker und Saft solange vorsichtig erhitzen, bis sich der Zucker vollkommen aufgelöst hat.
Sobald der Kuchen aus dem Ofen kommt mehrfach einstechen – ich habe dafür einen Schaschlikspieß genommen, eine dünne Stricknadel oder so geht sicherlich auch. Den Sirup gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen und vollkommen auskühlen lassen. Erst jetzt aus der Form nehmen und anschneiden. Wenn man das zu früh versucht, wird das zu matschig & bröselt vor sich hin.

Zu dem Kuchen passen hervorragend ein wenig gemischte Beeren, mundgerecht zerteilt und ca. 1 Stunde in Zucker mazeriert (Zuckermenge ist abhängig von der Süße der Früchte und den eigenen Vorlieben. Ich habe Erd- und Himbeeren genommen und mit 2 EL Zucker vermischt).
Es schadet gar nicht, wenn man statt normaler Schlagsahne Crème Fraîche nimmt, die leicht gezuckert und mit Zitronenschale aromatisiert ist.

Kaffeetafel bereichern.

Advertisements