Neue olympische Sportart: Synchronkochen.
Mit anderen Worten: neulich wollten Anikó und ich das gleiche kochen, da aber unsere Küchen unpraktischerweise etwa 400 Kilometer von einander entfernt sind, hatten wir für einen gemeinsamen Kochabend ein kleines logistisches Problem, das wir so gelöst haben, dass wir in unseren jeweiligen Küchen parallel die Butternuss-Parmigiana gekocht und das ganze jeweils mittels Skype-Viedotelefonie an die andere übertragen haben. Quasi gemeinsamer Kochabend mittels moderner Kummunikationstechnologie. Der GröFaZ hatte vorgeschlagen, doch gleich alles per QT Broadcaster zu streamen, aber ich bin sicher, dass ich dabei das falsche Subnetz freigeben würde & mich auf einmal wildfremde Menschen in häuslichen Schlumpfklamotten in der Küche hantieren sehen. Das muss ja nicht sein.
Um ein wenig Anikós Kochzeiten entgegenkommen zu können, habe ich mir nach der Arbeit schnell eine Stulle gemacht und war enttäuscht wie selten: das Brot der Hofpfisterei hat überhaupt nicht geschmeckt. Es war das erste Mal seit sehr langer Zeit, dass ich ein Brot nicht aufessen wollte, weil es einfach nur nass & schwer war.
Synchronkochen an & für sich ist sehr nett und macht viel Spaß, wenn man schon nicht realiter gemeinsam kochen kann, ist es das nächstbeste. Auch weil ich dabei sehen kann, an welchen Stellen Anikó anders vorgeht als ich und natürlich weil es einfach schön ist, beim Kochen nette (virtuelle) Gesellschaft zu haben. Das Ergebnis ist ein wenig störrisch, was die fotografische Abbildung angeht und doch sehr lecker. Nur 1-2 Sachen, die ich beim nächsten Mal anders machen würde, als erstes: mehr Tomatensauce einsetzen. Die Tomatensauce hat so zwar gerade eben gereicht, ein wenig mehr wäre aber noch besser. Und mehr Rosmarin, Rosmarin ist selten falsch und wurde hier von jemandem sehr Zaghaften dosiert.

Butternuss-Parmigiana

für etwa 3

1 kleiner Butternuss-Kürbis (ca. 750 g)
Salz
1 Schalotte, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Olivenöl
1 Dose Pizzatomaten (400 g)
Pfeffer
1 Prise Zucker
40 g Parmesan, frisch gerieben
200 g Büffelmozzarella, frisch gerieben
1  Zweig Rosmarin, Nadeln abgezupft und gehackt
4-5 EL gemahlene Mandeln

Den Kürbis schälen und quer halbieren. Die obere Hälfte in dünne Scheiben schneiden – bei mir habe ich dafür die Lurch-Reibe genommen, Anikó hat lieber auf ihre Kitchen Aid gesetzt. Auf Küchenpapier legen, salzen und ca. 30 Minuten Wasser ziehen lassen. Aus der unteren Hälfte des Kürbis die Kerne entfernen und den Kürbis in kleine Würfel schneiden oder grob raffeln.
Ein wenig Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin 2-3 Minuten glasig dünsten. Tomaten dazu geben. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. 1/4 h bei mittlerer Hitze einkochen lassen.
In der Zwischenzeit die Kürbisscheiben abtupfen. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Kürbisscheiben portionsweise knusprig braten. Mit Küchenkrepp entfetten.
Ofen auf 200°C vorheizen.
Eine  Auflaufform mit Olivenöl einfetten und mit 2 EL gemahlenen Mandeln ausstreuen.
Die Kürbisscheiben mit den restlichen Mandeln, Tomatensauce, Kürbisraspeln, Parmesan, Mozzarella und Rosmarin in die Form schichten. Dabei jeweils mit Pfeffer würzen. Mit den Käsen aufhören.
In den Ofen schieben und 40-45 Minuten backen.

Wie gesagt: 1 1/2 fache Menge an Tomatensauce und doppelte Menge Rosmarin tut dem ganzen sicherlich sehr gut. Aber auch so schon sehr lecker.

Sich an moderner Kommunikation und ihren Folgen erfreuen.

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