Es gibt eine Buchserie, die ich sehr gern lese. Natürlich lese ich mehr als eine Buchserie gern, aber bei dieser speziellen kommt immer im Mai der neue Band heraus und im September gibt es häufig noch eine Kurzgeschichte dazu. Im Sommer läuft dann die jeweils aktuelle Staffel der dazugehörigen Fernsehserie und den Rest der Zeit gibt es nichts Neues. Das ist ungünstig. Um also die karge Zeit besser zu überstehen, bis es endlich weitergehen wird, habe ich angefangen, die fanfic dazu zu lesen. Bei usaerklärt gibt es eine schöne Beschreibung, was Fanfiction ist. Kurz gesagt: innerhalb einer bestehenden Welt werden von Fans Geschichten geschrieben – wahlweise Fortsetzungen, was nach dem Buch passiert ist, alternative Erzählstränge oder aber auch nur die absoluten Basisfakten und dann ein komplett neuer Entwurf. Die Qualität der Geschichten ist eher schwankend – von abgrundtief schlecht über netten Fluff bis hin zu sehr schönen kompletten Romanen mit um die 4.000 Normseiten (250 Wörter/Seite). Das einzige, was mich wirklich annervt, ist die Tatsache, dass selbst bei an sich schönen Geschichten viele der Autoren anscheinend ihre eigene Muttersprache nicht beherrschen. Ich spreche nicht vom gelegentlichen Rechtschreibfehler sondern von vollkommen sinnentstellenden fehleingesetzten Wörtern (isle/aisle, manor/manner, sent/scent). Und das, nachdem in den allermeisten Fällen ein beta-reader (eine Art Lektor) über den Text gegangen ist. Sowas macht mich raschelig.

Um aber auf den eigentlichen Punkt zu kommen: in einer der Geschichten gibt es einen Ausflug nach New Orleans, wo die Hauptfigur ein Muffuletta-Sandwich isst. Da es einerseits um Essen ging und ich andererseits als Faktennachschlager bekannt bin, musste ich herausfinden, was das ist. Nach ein wenig herumspielen habe ich gesehen, dass es auch eine vegetarische Variante davon gibt & musste das dann ausprobieren. Der Olivensalat muss mindestens eine Woche durchziehen bevor man ihn benutzen kann. Es ist also nicht unbedingt das Essen, was man spontan macht, um schnell ein Sandwich mit ins Büro zu nehmen. Es sei denn, alle Vorarbeit wäre schon getan. Dann natürlich schon. Also bin ich mit einem längeren Einkaufszettel bewaffnet in den türkischen Supermarkt gegangen und habe alles eingetütet, mir einen am Salat-basteln zurechtgefriemelt und eine Woche gewartet, bis ich diese Variante hier auf meinem Teller hatte:

Muffuletta (Olivensalat)

1 großes Glas

  • 3/4 cup grüne Oliven, entsteint, grob gehackt
  • 1/4 cup schwarze Oliven, entsteint, grob gehackt
  • 1/2 cup gardiniera (eingelegtes Gemüse Gärtnerinnen Art), grob gehackt
  • 1/2 TL Kapern
  • 1-2 Knoblauchzehen, in feinen Scheiben
  • 4 EL Staudenselleriescheibchen
  • 1 EL Petersilie, frisch gehackt
  • 1 EL Thymian, Blättchen abgezupft
  • 1 TL Chiliflocken
  • 1/8 Cup geröstete Paprika, enthäutet und gehackt
  • 1,5 EL Rotweinessig/Balsamico
  • 1-2 Frühlingszwiebeln, in Ringen
  • grobes Meersalz (evtl. die Zutaten sind insgesamt schon recht salzig) und Pfeffer
  • Olivenöl, ~ 1 Cup

Alle Zutaten, bis auf das Olivenöl, gut miteinander vermischen. In ein großes Schraubglas geben und mit dem Olivenöl bedecken. 1 Woche (minimum) stehen lassen, damit sich die Geschmäcker gut miteinander verbinden.

Und dann, dann baut man das eigentliche Sandwich aus weichem Brot, z.B. Pide, dem Olivensalat, gegrilltem Gemüse und Käse. Indem man das Brot horizontal teilt, mit Muffuletta bestreicht, mit gegrilltem Gemüse (Auberginen, Paprika, Pilzen, Tomaten, Zucchini….), mit Käse (Scamorza, Provolone… gern auch mehrere Sorten übereinander), wieder Muffuletta und dann mit dem Brotdeckel abschließt. In handhabbare Stücke teilen und glücklich ein neues Sandwich ausprobieren. Macht fettige Finger.

Lecker. Und eine ganze Mahlzeit auch in kleinen Dosen.

Karnivoren ergänzen, bzw. lassen das gegrillte Gemüse weg, und nehmen Salami, Schinken, Mortadella und dergleichen mehr.

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