Archive für den Monat: Februar, 2011

Die Woche vom 21. Februar ist in Großbritannien National Chip Week, eine Festwoche die wir dem Potato Council verdanken. Das Ziel dieser Festwoche ist es, den Konsum von Fritten zu steigern. Hat bei mir auch funktioniert, nachdem bbcgoodfood mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass wir Frittenfestwoche haben, habe ich mich gleich den einen Abend hingestellt und habe Süßkartoffelchips im Ofen gebacken. Lecker, kann ich dazu nur sagen.
Für interessierte an dem aktuellen Stand der britischen Frittenproduktion und welche Kartoffelsorten zu welcher Jahreszeit zur Chips-Herstellung am besten geeignet sind, dem sei die Folge ‚Chips‚ des Food Progammes von Radio 4 ans Herz gelegt. Normale Fritten wollte ich nicht machen, aber da ich eh noch eine Süßkartoffel rumliegen hatte, bot es sich an, Ofenfritten damit zu machen (ich habe eine irrationale Abneigung gegen das Frittieren am heimischen Herd). Und dazu wollte ich Limetten-Mayo. Gab’s dann auch. Dazu einfach normale Mayo machen, aber natürlich mit Limettensaft statt Essig und mit der abgeriebenen Schale einer halben bio-Limette drin.

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Bahnhofsschild

Mädelsausflug in den Harz. Im Spätherbst haben sich die Kleine Prinzessin und ich unterhalten und festgestellt, dass wir unbedingt wieder einen langen Schneespaziergang machen wollen und da zu der Zeit noch nicht abzusehen war, wie sich der Berliner Winter entwickeln würde, wollten wir auf Nummer Sicher gehen und ein Wochenende im Februar im Harz verbringen. Dem hatte sich dann schnell noch Anikó angeschlossen und schon konnte es an die Detailplanung gehen. Nichtahnend, dass es sehr schönen Schnee in Berlin und überhaupt keinen im Harz geben würde.
Ok, überhaupt keiner ist übertrieben. Doch in Wernigerode, wo wir uns ein kleines Ferienhaus von anno Dunst gemietet hatten, da gab es keinen mehr. Und auch sonst war Schnee eher Mangelware: es war zu warm und tendenziell ein wenig nieselig (zumindest am Sonnabend), so dass wir nur in höheren Lagen überhaupt Schnee zu Gesicht bekommen haben. Macht aber nichts, wir können uns auch so beschäftigen. Am Sonntag wollte ich unbedingt ins Café Wien gehen. Das Haus stammt von 1583 und wurde lange Zeit als Handelshaus genutzt, seit 1897 befinden sich hier aber Cafés. Das Café ist viel größer von Innen, als es der Außenanblick vermuten lässt – sie haben immerhin Platz für ca. 100 Gäste (auch wenn die obere Etage geschlossen war, als wir da waren).

Café Wien

Gefühlt hat sich an der Einrichtung in den letzten 100 Jahren wenig geändert… Es gibt immer noch Stofftapeten, Kronleuchter, leicht barockige Spiegel… nur die Bestuhlung dürfte des Öfteren ausgetauscht worden sein.

3 Damen vom Café

Ich konnte mich dem Cliché nicht widersetzen und habe im Café Wien einen Café Melange bestellt, der zum Rest des Ambientes 1a gepasst hat. Die Kleine Prinzessin blieb beim üblichen Latte Macchiato und Anikó hat ein lokales Bitter Lemon ausgetestet, das wohl gar nicht falsch war. Ich finde beachtenswert, dass es hier noch die anti-Rutschmatten gibt, in nachempfundener Spitze. Ich kann mich gerade nicht aktiv erinnern, wann ich die davor das letzte Mal gesehen habe.

Café Mélange

Die Kuchen- und Tortenauswahl war sehr groß – entsprechend schwer haben wir uns mit der Auswahl getan. Nach dem einigem Hin und Her wurde es für die Kleine Prinzessin dann eine Baumkuchentorte mit leichter (wie kann eine Buttercrème leicht sein?) Weincrème. Sehr schön fluffig und lecker – Baumkuchen ist übrigens nur die oberste Schicht der Torte.

Baumkuchentorte mit Weincrème

Anikó hat sich einen in Vanillesauce schwimmenden Topfenstrudel bestellt, bei dem lediglich bemosert wurde, dass er nicht aus Strudel- sondern aus Blätterteig hergestellt wurde. Alles andere war wunderbar. Wenn schon kuk, dann bitte richtig.

Topfenstrudel mit Vanillesauce

Ich wollte die ganze Zeit schon einen Windbeutel haben. Ich mag Windbeutel, insbesondere mit einer Kirschsauce im unteren Schälchen. Wahrscheinlich mag ich Windbeutel schon deswegen, weil sie eine der besten Entschuldigungen überhaupt sind, größere Sahnemengen einfach so essen zu dürfen. Sahne ist toll. Der Windbeutel hier war einen Hauch zu trocken, aber ansonsten so, wie ich sie gern mag: knusprig, voller Sahne und mit einer Kirsch-Zimt-Sauce auf dem Grunde.

Windbeutel mit Kirschsauce

Die Tapete war einfach toll und musste mit Detailfotografie festgehalten werden. Die Wände sind mit den Stofftapeten bespannt, wo keine Holztäfelung und keine Spiegel sind. Von Weitem sieht das einfach nur nach Streifen aus, ist aber deutlich interessanter aus der Nähe.

Tapetendetail

Wenn man so auf die Wände schaut, kommt man sich schon ein wenig vor, als wäre man in eine andere Zeit versetzt worden. Perfektes Café für Touristen (und wahrscheinlich auch Einheimische), um einen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen zu verbringen.

Gründerzeit

Oh – und wir haben der Kleinen Prinzessin ans Herz gelegt, doch auch mit dem Foodbloggen anzufangen. Mal sehen, ob wir da nachhaltigen Einfluss erreichen konnten.

Ich habe heute Mittag mein Essen als Convenience-Produkt erworben und maximal kosmetische Ergänzungen vorgenommen. Es gab eine Minestrone von ‚Viva Vital‘ in die ich Mini-Pasta geworfen habe und oben drauf wurde nur noch Parmesan gerieben. Kochen kann man das wirklich nicht nennen. Aber es schmeckt erstaunlich gut, hat erstaunlich wenige komische Zutaten und geht vor allem schnell. Nur an der Kalorienzahl müsste noch ein wenig mehr gearbeitet werden… ich hätt da gern ein wenig mehr, zumal ich in der Früh beim Yoga gewesen bin. Schließlich kommt der halbe Liter Suppe mit nicht einmal 200 Kalorien um die Ecke, so dass selbst mit einer Handvoll Nüdelchen und einer großzügigen Handvoll frisch geriebenen Parmesans das immer noch unter den 500 Kalorien bleibt. Ich werde mit einfach ein schönes Stück Kuchen für den Nachmittag raussuchen, dann sollte alles im grünen Bereich bleiben.
Ich bin positiv überrascht, dass die Suppe so gut schmeckt und würde sie durchaus wieder mitnehmen, wenn ich mal keine Zeit habe, selber zu kochen oder keine Lust habe, in der Büroumgebung Essen zu gehen, ist das eine veritable Alternative. Kommentar in der Küche: ‚You’re eating convenience food? So you’re just human like the rest of us, what a relief.‘

Zutaten (ok, Parmesan fehlt)

Cheater's Minestrone

Ich habe ja noch das eine oder andere auf Halde liegen und wollte den Abend nutzen und mal vorbildlich zumindest ein Rezept davon wegarbeiten. Tja, ich hatte mir fest vorgenommen, mich dem in Rotwein geschmorten Tofu von Weihnachten zu nähern und habe das auch getan. Beim Sichten des (spärlichen) Bildmaterials ist mir dann leider aufgefallen, dass ich von dem Tofu keine sinnvollen Bilder gemacht habe, obwohl er äußerst lecker und nachkochenswert ist. Irgendwie war ich an Weihnachten nicht primär darauf aus, gute Blogbilder beim Kochen mit der Familie zu machen…
Wer aber mal wieder vor der Frage steht, welches Fleischäquivalent er für den obligatorischen Vegetarier machen soll: hier ist eine gute Variante dafür. Durch das langsame Schmoren im Rotwein wird der Tofu ganz wunderbar lecker. Von sich aus schmeckt Naturtofu bekanntermaßen nach nicht sehr viel, um so dankbarer reagiert er, wenn man ihm ein paar Nettigkeiten an die Seite stellt.

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