Ich wurde dezent von der Seite darauf aufmerksam gemacht, dass ich in der letzten Zeit nur sehr erratisch mich hier zu Wort gemeldet hätte… stimmt. Ich habe auch einen eher großen Backlog von Bildern, die darauf warten, in Beiträge verwandelt zu werden. Mit der nicht unbeträchtlichen Herausforderung bei dem einen oder anderen zu raten, was genau ich da noch einmal gemacht habe. Denn selbst wenn ich noch weiß, was ich als Basisrezept genommen habe, habe ich normalerweise eine Variante gemacht, die wahlweise an meinen Geschmack oder an meine Vorräte angepasst wurde. Mal sehen, was ich da noch zusammenbekommen werde. Vielleicht sollte ich anfangen, mir Notizen beim Kochen zu machen, damit ich hinterher nicht Rezepteraten betreiben muss.
Anyways, zum ersten Geburtstag des Lieblingsneffen habe ich  einen Möhrenkuchen gemacht. DEN Möhrenkuchen, würde ich sogar behaupten. Wer eine brave Aargauer Rüeblitorte erwartet, der wird enttäuscht werden. Das hat mit einer Rüeblitorte eigentlich nur gemeinsam, dass geschredderte Möhre mit hineingegeben wird. Das Rezept stammt von Delia Smith – the ultimate carrot cake with mascarpone, fromage frais and cinnamon icing – und wurde schon vor Jahren ausgetestet und für gut befunden. Um so mehr hat es mich überrascht, dass es bisher seinen Weg nicht bis ins Blog gefunden hat. Das ist ein gefühlter Luxuskuchen mit Orangensirup, Mascarpone und was man sich sonst noch schönes darin vorstellen kann. Tolles Gerät. Allerdings auch so nahrhaft, dass nur tapfere Esser mehr als ein Stück so wirklich davon zu sich nehmen können. Prachtstück in Draufsicht:

Ultimativer Möhrenkuchen

20er Springform

200 g Mehl (Vollkornmehl ist hier gar nicht falsch, weißes geht aber sonst auch)
1 TL Backpulver
3 TL mixed spice
1 TL Natron
175 g dark brown soft sugar
2 Eier, L
150 ml Sonnenblumenöl (oder anderes eher neutrales Öl)
1 Orange, Zeste abgerieben
200 g Möhren, geschält und grob geraffelt
110 g Sultaninen
50 g Kokosraspel
50 g Pekannüsse (Walnuss geht auch)

Sirup:

1 kleine Orange, Saft ausgepresst
1 EL Zitronensaft
75 g dark brown soft sugar

Topping:

250 g Mascarpone
200g Frischkäse
1 EL Demerarazucker (oder Rohrohrzucker)
1 gehäufter TL Zimt, gemahlen

Deko:

50 g Pekannüsse (oder Walnüsse)

Ofen auf 200° vorheizen. 20er Springform fetten und mit Backpapier auskleiden. Dabei eine Manschette bauen, die 4-5 cm über den Formrand übersteht.
Die Nüsse 8 Minuten ohne Fett im Ofen rösten. Ofen dann auf 175° runterschalten. Eine Hälfte der Nüsse grob (Teig) und eine Hälfte eher fein (Topping) hacken.  Für den Teig Zucker, Eier und Öl schaumig rühren, der Zucker muss vollkommen aufgelöst sein.
Mehl, Backtriebmittel und mixed spice in die Teigschüssel zu dem fettigen, süßen Schaum sieben. Unterrühren und nach und nach alle weiteren Teigzutaten untermischen. Etwa eine halbe Stunde backen – der Teig ist fertig, wenn er schön aufgegangen ist und auf leichten Druck federn nachgibt.
Währenddessen das Topping herstellen, indem alle Zutaten so lange mit dem Handrührgerät geschlagen werden, bis sie leicht und fluffig wirken (Mascarpone wird nie leicht und fluffig sein). In den Kühlschrank stellen, bis das Topping gebraucht wird.
Für den Sirup Zucker und Saft mischen. Wenn der Boden aus dem Ofen kommt, mit einem Schaschlikspieß oder so überall einpieken und noch warm mit dem Sirup übergießen. In der Form auskühlen lassen. Wenn der Boden vollkommen ausgekühlt ist, waagrecht in der Mitte teilen. Untere Hälfte mit 1/3 der Füllung bestreichen, Deckel draufsetzen und mit dem restlichen Topping rundherum zukleben. Oben mit gehackten Walnüssen/Pekannüssen verzieren.

Schon fertig!

Bonusmärchen gegenüber Diätfixierten: Du, in dem Kuchen ist gar keine Butter drin! Wirklich!

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