Von meinem letzten Besuch in Ely (zu dem ich immer noch Bilder vom Cream Tea in der Pipeline habe) habe ich gemälztes, Eichen geräuchertes  Mehl mitgebracht. Es stand ein Weilchen unmotiviert in meiner Küche, weil ich ursprünglich dachte, dass ich damit ein Brot backen will und dann immer wieder feststellen musste, dass mein Brotbackbedürfnis eher eingeschränkt ist. Mein Pizzabedürfnis ist da eindeutig höher. Und wenn ich schon dabei bin, dann könnte man doch den Rauchgeschmack noch dadurch verstärken, dass statt normalem Mozzarella Scamorza nimmt…? Man kann. Passt sehr schön. So habe ich mich dann eines Nachmittags hingestellt und eine mittlere Portion Teig hergestellt, ein wenig Tomatensauce und habe quasi die geräucherte Variante einer Margherita gemacht. Geräuchterter Boden, geräucherter Käse und in die Sauce ein wenig Pimenton dazugegeben. Ein wenig hatte ich befürchtet, dass die Rauchnote dann zu überwältigend würde, aber zum Glück hat sich das nur sanft gegenseitig referenziert und mich nicht mit der Keule erschlagen.
Wenn der Boden dünn genug ist, dann lässt sich auch im gewöhnlichen Haushaltsofen eine sehr okaye Pizza herstellen, auch wenn man keinen richtigen Pizzaofen hat. Ein Luxus, den ich bisher nicht in meiner Küche einziehen sehe.

Rauchpizza

1 Blech oder 2 große runde Pizzen

Teig:
ca. 350g Mehl (gemälzt und eichengeräuchert)
1-2 EL Olivenöl
1 Pck Trockenhefe
1 Prise Salz
1/4 l lauwarmes Wasser

Belag:
2 große Dosen Tomaten (à 800 g)
1 Schalotte in Würfeln
3 Knoblauchzehen in Scheiben
1 TL Pimentón
Salz
250 g Scamorza in Scheiben
Olivenöl
1/2 Bd Basilikum

Teig herstellen.
1/3 des Mehls mit der Trockenhefe vermischen, salzen und 1/3 des Wasser dazu. Das Ganze mit einem Holzlöffel verrühren. Nun nach und nach das restliche Wasser und das restliche Mehl im Wechsel dazu geben. Dann den Teig auf eine gemehlte Arbeitsfläche geben und mit den Händen kneten. Der Teig hat die richtige Konsistenz, wenn er nicht trocken ist und nicht mehr an den Händen kleben bleibt. Der Teig sollte wenigstens 10 Minuten mit den Händen geknetet werden. Ich mache das meist eher noch länger.
Den Teig an einem warmen und zugfreien Ort mindestens eine halbe Stunde, besser länger, zugedeckt gehen oder bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Nach der Gare ist ein guter Zeitpunkt, um die Hälfte des Teiges einzufrieren, wenn man nur eine große runde Pizza (siehe Bild oben) machen möchte.

In der Zwischenzeit die Sauce kochen. Dazu die Tomaten entkernen, ausdrücken und würfeln. Nun die Schalotte und den Knoblauch in Olivenöl anbraten. Die Tomaten dazugeben, eventuell etwas passierte Tomaten dazu, wenn es gar zu stückig ist. Salzen, das Pimentón dazugeben und offen 15 Minuten (Minimum) köcheln lassen.

Den Scamorza mit Olivenöl übergießen.

Den Ofen so heiß vorheizen, wie es nur geht. In einem Haushaltsofen bekommt man eh keine 400°C hin, die man für die Pizza eigentlich bräuchte. Ein Blech einölen und bemehlen. Den Teig dünn auf dem Blech ausrollen und mit der Tomatensauce (Achtung: natürlich nur mit der Hälfte der Sauce, wenn man nur mit der Hälfte des Teiges hantiert, ne. Das wird ja sonst nur nass und pappig) bedecken. Für 5 – 10 Minuten in den Ofen geben.
Rausholen und mit dem Käse belegen. Für 10 Minuten zurück. Wenn der Käse blasen schlägt, ist die Pizza fertig. Jetzt nur noch das Basilikum verteilen … und genießen!

Und sich gegebenenfalls freuen, dass alles für ein schnelles Essen in der Zukunft bereit steht, weil brav die große Menge für wenige Esser gebaut und der Überschuss eingefroren wurde.

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