Die Pho (ich weigere mich herauszufinden, wie die entsprechenden Kringel für die Tonhöhen gehen) war immer wieder ein leckeres Frühstück oder auch leichtes Essen in Vietnam. Ich habe sie da sehr zu schätzen gelernt und wollte natürlich austesten, ob die sich so auch gut in der heimischen Küche herstellen lässt. Um beim ersten Mal nicht völlig im luftleeren Raum zu hantieren, habe ich mich an die Bastelanleitung von Gesche von Reine Topfsache gehalten. Sogar nahezu ausschließlich, abwandeln kann ich ja später immer noch.
Um es kurz zu machen: so richtig überzeugt bin ich nicht von diesem Rezept. Es hat nicht ‚rund‘ geschmeckt – die Balance, die ich an der vietnamesischen Küche so schätze war hier (noch?) nicht da. Was sehr gut auch daran liegen kann, dass ich hier noch nicht genau genug weiß, an welcher Stelle ich wie gegensteuern muss, damit es ein in sich stimmiges Endergebnis hat. Ich werde mich in der nächsten Zeit sicher noch das eine oder andere Mal an eine neue Versuchsrunde wagen. Meine aktuelle Variante schreibe ich trotzdem einmal auf. Und sei es nur, um bei einem der nächsten Male darauf verweisen zu können, was ich dieses Mal anders gemacht habe.

Vegane Pho

für 2

1 Liter Gemüsebrühe (Brühwürfel aus dem Bioladen)
1 TL Koriandersamen
2 Nelken
1 Sternanis
1 Chilischote
1 Schalotte
1 daumengroßes Stück Ingwer

150g Pho (flache Reisnudeln)
1/2 Bund Spinat
1/2 Bund Brunnenkresse
1/2 Zitrone
1 Frühlingszwiebel
400 g frittierter Tofu, gewürfelt
4 EL Sojasoße
1 EL Mirin
Chilisoße
Sesamöl

Für die Brühe die Korianderkörner im Mörser ein wenig zerstoßen. Zusammen mit dem Sternanis, den Nelken und der getrockneten Chilischote in einem Topf trocken rösten. Sobald sie duften mit einem Liter Wasser ablöschen und die Instantbrühe hinzufügen.
Ingwer und Zwiebel schälen und über der Flamme vom Gasherd oder trocken in einer Pfanne rösten bis ein paar schwarze Stellen da sind. Beides kurz mit kaltem Wasser abspülen und in die Brühe geben. Bedeckt kochen lassen bis die restlichen Zutaten vorbereitet sind.
Die Nudeln nach Anweisung zubereiten (entweder kurz kochen oder in heißem Wasser einweichen).
Spinat und Brunnenkresse waschen. Den Spinat je nach Blattgröße etwas klein zupfen.
Sojasoße und Mirin in die Pfanne geben. Die Tofuwürfel immer wieder wenden bis sie rundrum mit Soße bedeckt sind. Eventuell nochmal auf eine kleine Flamme stellen bis die Soße aufgesogen ist.
Die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Die Zitrone in Spalten schneiden.
Nudeln, Spinat, Brunnenkresse und Tofu in zwei große Suppenschüsseln verteilen und mit der Brühe auffüllen. Mit Frühlingszwiebeln und Zitrone garnieren. Nach Geschmack mit Chilisoße und Sesamöl würzen.

Was ich auf jeden Fall ändern werde ist, dass ich keine Zitrone sondern Limetten nehmen werde. Deren Säure finde ich ein wenig angenehmer und ist mir auch als ‚originaler‘ in Erinnerung. Ich werden den Kräuter und Gemüseanteil verändern. Was sich sehr gut gemacht hat, sind die Frühlingszwiebeln. Was sich noch mal ändern sollte, ist die Zusammensetzung der Gemüsebrühe… mal sehen, was sich da am besten machen wird.

Es ist eine schöne Nudelsuppe, aber nicht das, was ich unter einer Pho verstehen würde.

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