Eigentlich ist es natürlich ein Sommer- und kein Frühlingsessen. Ich tue aber dennoch so, als hätte ich nichts gemerkt, weil es einfach lecker ist und ich nicht weiter darüber nachdenke, warum mein Markt jetzt nicht nur Kohlrabi sondern auch Gurken hat.. Das Rezept stammt aus einer letztjährigen Ausgabe der Essen & Trinken, irgendwann im Sommer. Ans Rezept gehalten habe ich mich so ungefähr. Ich habe mich bis heute nicht mit Kapern anfreunden können, auch wenn Hans immer sagt, dass die meisten der Leute, die ihm gesagt haben, dass sie keine Kapern mögen eigentlich meinten, dass sie schlechten Essig nicht leiden können. Und ich solle doch mal mich mit eingesalzenen Kapern in die Küche setzen und schauen, ob sie zu mir sprächen. Irgendwann werde ich das sicher tun, zumal gerade eingesalzene Kapern im Kühlschrank vor sich hindümpeln. Nicht hingegen werde ich die Sardellen austesten, die da angeblich auch reinkommen. Warum das Rezept als ‚vegetarisch‘ geführt wird, obwohl es Fischies enthält ist mir ein Rätsel. Es ist einer meiner Lieblingsaufreger, dass Menschen meinen, Vegetarier ässen Fisch. Nein, tun sie nicht. Menschen, die behaupten Vegetarier zu sein und trotzdem Fisch essen sind keine. Das sind Pescetarier. Das es sich aber unglücklicherweise um einen weit verbreiteten Irrtum handelt, habe ich inzwischen ein T-Shirt auf dem steht: ‚No Fish!‘ in gold auf pink.
Hätte ich neulich lieber anziehen sollen, dann hätte der junge Mann vom Dinner Club vielleicht nicht geglaubt, dass Fisch für mich auch ginge. Naja. Naja. Erstmal aber hier jetzt lecker essen.

Panierter Kohlrabi mit Remoulade und Gurkensalat I Kochen für Schlampen

Panierter Kohlrabi mit Remoulade und Gurkensalat

für 3-4

Remoulade
150 ml Sonnenblumenöl. Oder Erdnuss. Oder Raps. Olivenöl nur dann, wenn man eine sehr schön milde Variante hat. Alles andere kratzt fies im Hals.
1 El mittelscharfer Senf
1 El Zitronensaft
1 Eigelb
10 Stiele frischen Kerbel, Blättchen abgezupft und feingehackt oder einen TL getrockneten
3 Stiele glatte Petersilie, Blättchen abgezupft und feingehackt
6 Stiele Estragon, feingehackt (oder ein wenig mehr getrockneten)
1 El getr. Estragon
Salz, Pfeffer
Kohlrabi und Gurke:
750 g Kohlrabi, geschält und in 1 cm dicke Scheiben geschnitten
1 Salatgurke, geschält, entkernt und in Halbringen
Muscovado-Zucker (ersatzweise brauner Zucker)
4 Stiele Estragon, feingehackt
3 El Zitronensaft
6 El Kürbiskernöl
2 Eier
50 g Semmelbrösel
40 g Mehl
Butterschmalz zum Ausbacken
Salz, Pfeffer

Für die Remoulade eine dicke Mayonnaise herstellen. Ich mache meine Mayonnaise immer von Hand mit dem Schneebesen, aber mit dem Pürierstab sollte es genauso gut gehen. Wer hat: mit der passenden Taumelscheibe. Kräuter dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Bis zum Gebrauch kalt stellen.
Kohlrabi in kochendem Salzwasser 5-6 Minuten bissfest garen und abtropfen lassen.
Gurke mit Salz und 1 Prise Zucker würzen und in einem Sieb ca. 10 Minuten abtropfen lassen. Zitronensaft in einer Schüssel mit Salz verrühren, Öl unterrühren. Gurke und Estragon dazugeben, mit Pfeffer würzen.
Eier in einer Schale verquirlen. Brösel und Mehl getrennt in zwei Schalen geben. Kohlrabi erst im Mehl wenden, danach durch die Eier ziehen, dann in den Bröseln wenden, dabei leicht andrücken.
Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Kohlrabi darin bei nicht zu starker Hitze in 4-5 Minuten rundherum goldbraun braten, herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Kohlrabi und Gurken auf Tellerchen geben. Mit etwas Remoulade beträufelt servieren. Die restliche Remoulade dazu servieren.

Mayonnaise mit dem Schneeberen gelingt mir in 98% der Fälle auf Anhieb, mit dem Pürierstab geht es öfter mal nicht. Deswegen mache ich das nicht mehr. Immer darauf achten, dass alle Mayo Zutaten die gleiche Temperatur haben. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit eines sofortigen Erfolges.

Und nu: erstmal schön essen.

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