Aus der Kategorie: wennste Fleisch essen willst, dann mach das doch. Will ich aber nicht. Und dass das Rezept eigentlich traditionell mit Schweinebauch? Rindsfilet? gehört, das habe ich erst hinterher erfahren. Können andere auch gern essen, aber ich mag das hier. Das ist ein schönes Essen im eigenen Recht und erstaunlich versatil. Es lässt sich gut roh essen, vor dem Braten (ich habe genascht), direkt heiss aus der Pfanne mit Reis oder Nudeln und auch hinterher kalt als Sandwichbelag – das habe ich ausgetestet indem ich den kalten Bulgogi-Tofu zwischen mit geschmolzenem Raclettekäse belegtes Baguette geschoben habe. Ich kann mir auch vorstellen, dass das gut in einer Bastardversion von Bahn Mi kommt. Ich denke also, dass sich diese Tofuvariante einen festen Platz in meiner Küche verdient hat. Wo doch gerade der Sommer mit grossen Schritten naht und ich immer wieder Essen brauche, dass sich gut auf einen Spaziergang in der Mittagspause mitnehmen lässt. Je schöner das Wetter wird, desto weniger finde ich die Idee attraktiv, die Mittagspause in der Büroküche zu verbringen. Und um so mehr Rezepte brauche ich, die für ein Minipicknick geeignet sind. Eigentlich esse ich lieber 3x am Tag warm, aber der Drang nach Draussen ist grösser als der Drang zum warmen Essen. Opfer müssen gebracht werden.

Tofu Bulgogi - Kochen für Schlampen

Tofu Bulgogi

4 Portionen

  • 400 g Tofu, der festeste, der gefunden werden kann (sonst halt selber pressen)
  • 4 Frühlingszwiebeln, in Ringen
  • 3 Knoblauchzenen, in feinen Scheiben
  • 1/2 Zwiebel, in Halbringen
  • 1 TL frisch geriebener Ingwer (gehäuft)
  • 160 ml Tamari oder Sojasauce (wenn die weizenfrei ist, ist das Gericht glutenfrei)
  • 4 EL Sesamöl, aus geröstetem Sesam
  • 6 EL brauner Zucker
  • 1 TL Pfeffer, schwarz
  • 1 TL Chiliflocken
  • 4 EL Mirin
  • 2 EL Reisessig
  • 1/2 Birne, geschreddert mit Haut und allem
  • Mehr Öl zum Braten

Tofu in dünne Scheiben schneiden, wahrscheinlich am besten, wenn der vorher einmal längs halbiert wird. Tofuscheibchen in eine Schüssel oder in eine Auflaufform legen und mit Ingwer, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Zwiebeln bedecken. Aus den restlichen Zutaten eine Marinade herstellen, dabei sehr gut mixen. Über den Tofu giessen – er sollte schon bedeckt sein und wenigstens 8 Stunden marinieren lassen. Mehr ist mehr, ich lege meinen gern am Abend vorher ein (und fühle mich dann unglaublich organisiert).
Tofu aus der Marinade fischen – ohne die Zwiebeln. Öl in einer grossen Pfanne erhitzen und die Tofuscheiben darin braten – keine doppelten Schichten, eventuell in 2 Runden braten. Tofu mit der Marinade und den Zwiebeln begiessen, gerade so viel, dass die Scheiben bedeckt sind. Solange weiterbraten, bis die Marinade deutlich reduziert ist und der Tofu karamellig-braun.

Das war’s. Macht doch damit was ihr wollt. Ich würde einen Teil sofort mit einer Schüssel Reis essen und am nächsten Tag ein Sandwich machen.

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