Der Hauptgang an Weihnachten (für die Vegetarier unter uns) kommt dann immerhin noch vor Ostern hier ins Blog. Wenn ich mir die Latenz bei dem einen oder anderen Beitrag von mir hier anschaue, dann ist das fast schnell. Ich wollte etwas haben, was sich gut vorbereiten lässt und nicht zu kompliziert ist, dennoch aber etwas, was ich nicht unbedingt im Alltag kochen würde. Und janz ehrlich: Strudel welcher Art auch immer koche ich eigentlich im Alltag nie. Auch wenn sie natürlich gebacken werden. Dabei esse ich sie sehr gern!
Orientiert habe ich mich weitgehend an diesem Rezept der Essen & Trinken, doch wie immer mit ein paar Abweichungen. Direkt nach Rezept kochen, das kann ja jeder. Unter anderem habe ich so mässig gute Erfahrung mit gekauftem Blätterteig gemacht und nach einem erfolgreichen Experiment vor einigen Jahren, bei dem Blätter/Strudelteig durch Yufka ersetzt wurde, nehme ich gern den und verbinde die einzelnen Schichten mit Butter, Parmesan und eventuell noch Nüsschen. Nüsschen sind immer gut. Für die nicht-Vegetarier gab es nur ein kleines Stück vom Strudel und dazu dann Luma-Schweinskotelett. Da ich mich, wie so gern, mit den Mengen verschätzt habe, kann ich berichten, dass der Strudel sich sehr gut am nächsten Tag essen lässt – wahlweise kalt oder aufgewärmt.

Wirsingstrudel | Kochen für Schlampen

Wirsingstrudel

für 6 (eher 8, besonders wenn ein Teil der Esser noch Fleisch dazu hat)

1 Wirsing, (ca. 1.3 kg)
Salz; Pfeffer
80 g getroknete Tomaten (in Öl, abgetropft), gehackt
2 Zwiebeln, gewürfelt
7 El Olivenöl
250 ml Schlagsahne
1 Rolle Yufka-Teig (ca. 300 g)
100 g Butter, geschmolzen
100 g Parmesan, gerieben
20 g getrocknete Steinpilze
2 Eier
100 g Parmesan (ja, steht 2x im Rezept)
500 g Champignons, nach Belieben in Würfeln oder Scheiben
100 ml Weißwein
2 Tl Zitronensaft
2 El heller Maisstärke
3 El gehackte Petersilie

Wirsing vierteln, äußere Blätter entfernen, den dicken Strunk keilförmig herausschneiden. Lose Blätter waschen, abtropfen lassen. Wirsing in 2 cm breite Streifen schneiden. In kochendem Salzwasser 5 Min. blanchieren, abgießen, abschrecken, gut abtropfen lassen. Steinpilze in 200 ml heißem Wasser einweichen.
Zwiebeln in 3 El Öl glasig dünsten. Wirsing kurz mitdünsten. 50 ml Sahne zugießen, aufkochen, salzen, pfeffern. Fast ganz einkochen lassen, Tomaten zugeben, lauwarm abkühlen lassen. Yufka-Teig aus der Packung holen und die einzelnen Blätter (ca. 4-7 Lagen, je nachdem wie gern ihr den Teig mögt) mit Butter einpinseln, Parmesan drüber streuen und das nächste Blatt drauf legen, so dass eine schöne Schicht blätterartigen Teiges entsteht.
1 Ei trennen. Eiweiß und 1 Ei verquirlen, mit Käse unter den Wirsing mischen. Wirsingmasse mittig auf den Yufkaschichten verteilen, der Länge nach verschließen. Seiten fest zudrücken, Strudel mit der Nahtstelle nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Mit Eigelb bestreichen. Im heißen Ofen bei 200 Grad (Umluft 180 Grad) auf unterster Schiene 30 Min. backen.
Champignons mit 4 El heißem Öl hellbraun anbraten. Mit Wein ablöschen. Steinpilzwasser und 200 ml Sahne zugießen, aufkochen. Steinpilze grob hacken und zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen und mit Maisstärke binden.

Strudel in passende Stücke schneiden. Grosse für die Vegetarier, kleine für die Fleischesser. Dann mit dem Pilzgemüse auf den Tellern anrichten und den nächsten Gang geniessen.

Wir nähern uns dem maximalen Magenfüllstand.

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