Seit Tagen, ach was Wochen, will ich eigentlich Pierogies mit Sauerkraut-Pilz-Füllung kochen. Und immer kommt was dazwischen. Kein Sauerkraut im Hause. Pilze oll geworden. Keine Lust auf einen so langen Erstellprozess und/oder schon zu viel Hunger. Und so hatte ich nun das Sauerkraut im Kühlschrank rumlungern und keine rechte Idee, was ich damit anfangen soll – wir sind keine guten Freunde, das Sauerkraut und ich. Unabhängig davon, dass meine Frau Mama immer gern Sauerkraut mit Kartoffelbrei und Würstchen gegessen hat und versucht hat, mir das als Kind näher zu bringen: es hat nicht funktioniert. Wiederholt. Das eine oder andere, was ich als Kind nicht leiden konnte, wurde später dann zu einem geschätzten Essen, aber mit genau dieser Kombination wurde ich auch später nie warm. Was also tun, wenn die Nerven für die Pierogies nicht da sind, das Sauerkraut aber leise aus dem Kühlschrank ruft? Einen Blick in Deutschland Vegetarisch werfen, das tut man. Schliesslich ist doch Sauerkraut dem Klischee nach etwas zutiefst Deutsches. Und siehe da: es gab eine Variante des Paprika-Gulaschs mit Sauerkraut. Frisch ans Werk und oh Wunder: es tut.

Paparika-Sauerkraut-Gulasch | Kochen für Schlampen

Paprika-Sauerkraut-Gulasch

Es war genau das richtige, nach einem kleinen Ausflug in den Winter – da es diese Jahr nicht so den richtigen Winter vor der eigenen Haustür hatte, musste ich bei Gelegenheit den Winter suchen gehen. Ich habe eine Mini-Runde mit den Schneeschuhen gedreht, genau in dem Fenster, als die Sonne durchkam. Es war grossartig. Und hat Hunger erzeugt.

weissenberge

Weissenberge

Paprika-Sauerkraut-Gulasch

für 2, grosszügig

1 grosse Zwiebel, in Würfeln
je 1 rote und gelbe Paprika, in mundgerechten Stücken
2 EL Sonnenblumen- oder Rapsöl
1/2 EL Paprikapulver, edelsüß
1/2 TL Paprikapulver, rosenscharf
1 Lorbeerblatt
1/2 TL Fenchelsaat
1 EL Zucker
1-2 EL Tomatenmark
75 ml Rotwein
300 ml Gemüsebrühe
200 g Tomatenstücke (1/2 kleine Dose)
250 g Sauerkraut, abgetropft
1 TL getrockneter Majoran
Zitronenschale, frisch gerieben von 1/2 Zitrone
1 Knoblauchzehe, gepresst
1 EL Butter

100 g Crème fraîche
50 g Ziegenfrischkäse oder Schafsfrischkäse
1/2 Bund Petersilie, gehackt

Zubereitung
Zwiebeln und Paprika würfeln. Öl in einem großen Topf oder Bräter erhitzen und die Gemüse darin bei mittlerer Hitze 10 Minuten braten. Paprika, Lorbeer, Kümmel, Zucker und Tomatenmark hinzufügen und circa 2 Minuten schmoren lassen.
Mit Rotwein ablöschen und 1 Minute offen kochen lassen. Nun Brühe, Sauerkraut und Tomaten zugeben, Hitze runternehmen und offen 25 Minuten schmoren.
Majoran, Zitronenschale, Knoblauch und Butter hinzufügen, einmal aufkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Crème fraîche und Ziegenkäse mischen und portionsweise über das Gulasch geben, mit Peterli bestreuen.

Der Vorschlag des Buches waren Petersilienkartoffeln zum Gulasch. Oder Kartoffelklösse. War mir gerade alles nichts, also habe ich klassischen Kartoffelbrei dazu gemacht. War für mich genau das Richtige.

Schönes Winteressen.

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