Archive für Kategorie: NudelZ

Hefeextrakt ist so eine der Sachen, bei der sich die Geister scheiden. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Es gibt da wenig Grauzone. Ich bin ganz klassisch mit Vitam R gross geworden. Und habe dann aus Kostengründen auf die DM-Hausmarke gewechselt, so lange es sie gegeben hat. Ich habe natürlich sowohl Marmite, als auch Vegemite und Cenovis probiert. Mein Favorit ist weiterhin Vitam R. Die meisten bekommen Hefeextrakt als erstes in Form eines Butterbrotes mit selbigem vorgesetzt und die Reaktionen sind…. klar positiv oder klar negativ.
Der Gatte von Little Sister ist ein klarer Kandidat der nein-Seite. Während ich sowohl den GröFaZ als auch dessen Nachwuchs bekehren konnte. Insbesondere in der Variante dünnes Roggenknäcke plus grüner Phili plus Vitam R. Worauf ich hinaus will – unabhängig davon, was die erste Reaktion auf Hefeextrakt gewesen ist: versucht’s noch einmal in der Form mit diesem schönen Nudelauflauf. Er ist einfach sehr lecker. Hefeextrakt hat nicht die weltweite Anerkennung, die er verdienen würde – siehe diese Grafik:

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Hefeextrakt ist eine der wichtigeren Quellen für B-Vitamine für Vegetarier und Veganer. Leider keine Quelle für B 12. Aber sonst sind eigentlich alle vertreten. Es ist also nicht nur ein sehr leckerer Auflauf, sondern auch noch ein sehr gesunder.

Marmite Pasta Bake - Kochen für Schlampen

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Wir alle haben sicherlich eine kleine Kochbuchbibliothek daheim, aus der man dann doch immer wieder aus den gleichen 3 Kochbüchern arbeitet, weil man genau weiss, welche Rezepte drin sind und je nach Nutzungsdauer auch schon auf welcher Seite es ungefähr zu finden sein wird. Jedenfalls mir geht es so. Und so habe ich mich neulich mal hingesetzt und mich noch einmal in den Kochbüchern umgeschaut, die ich nicht so oft in die Hand nehme. Dabei raus kam ein sehr schönes Gericht aus einem Buch, dass ich zwar schon viele Jahre bei mir wohnen habe (und das mit mir von Berlin in die Schweiz ziehen durfte) aus dem ich aber dennoch bisher nicht mehr als 3-4 Rezepte ausgetestet hatte. Jedesmal fand ich die Ergebnisse gut bis sehr gut, und doch… Ich hielt es nicht unbedingt für Alltagsküche. Es handelt sich um das Buch ‚Vegetarisch vom Feinsten‚. Das Rezept dieses Mal ist schnell zusammengeworfen und gleichzeitig etwas, das man auch gut in eine Menüfolge mit Freunden einbauen kann, weil es ein klein wenig anders als die Standardpasta ist. Wir reden hier von Linguine in einer Mascarpone-Grappa-Sauce mit einer schönen Pistazien-Zitronen-Gremolata. Alles nichts exotisches, das meiste dürfte eh im Vorratsschrank wohnen und dennoch ein schöner Twist.

Mascarpone-Nudeln mit Grappa und Gremolata - Kochen für Schlampen

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So. Nach kaum mehr als einem Jahr im Winterschlaf gibt es wieder einen Beitrag von mir. Kaoskoch von Hamburg kocht! hat dazu aufgerufen, typisch deutsche (mit Erlaubnis auch typisch Schweizerische) Gerichte zu kochen, zu verbloggen und zu erzählen woher die Zutaten kommen und wie es zu einem Traditionsgericht der jeweiligen Region geworden ist.
Blogevent: NOPEGIDA

Passenderweise habe ich im September eine Woche im Prättigau in einer Maiensäss verbracht und habe mich an einfachen Gerichten versucht. Schliesslich fand ich kochen auf einem Holzherd schon Herausforderung genug, da mussten nicht noch die Rezepte selber kompliziert sein. So gab es denn Graupeneintopf, Pellkartoffeln mit Quark und eben auch Älplermagronen. Sie gelten als eines der ganz typischen Gerichte der Innerschweiz und der Sennenbauern. Allerdings…. was ist daran denn eigentlich urschweizerisch? Und wie lange gibt es das Gericht schon so oder so ähnlich? Die zweite Frage ist einfach: in dieser Form gibt es Älplermagronen seit etwa 130 Jahren, lang genug um es als Tradition zu betrachten, aber halt gewiss nicht seit den Zeiten des Rütli-Schwurs dabei. in den 1870-80er Jahren kamen die Makkaroni (Magronen) mit den Italienischen Gastarbeitern des Gotthard-Tunnels in die Schweiz und wurden mit Begeisterung aufgenommen von den Bergbauern, da sie leicht zu transportieren waren, lange halten und eine schöne Kaloriendichte mit sich bringen. Alles wichtige Punkte, wenn alle Vorräte auf dem Rücken die Berge hoch transportiert werden müssen.
Ergänzt werden Kartoffeln, die zu der Zeit schon als billige, heimische Zutat betrachtet werden, allerdings kamen auch sie erst im 18. Jahrhundert mit heimkehrenden Söldnern in die Schweiz. Seit dem Mittelalter gab es in mehreren europäischen Nationen Schweizerische Söldner, die mit Beginn der Neuzeit teilweise zu feststehenden Regimenten wurden.Man darf nicht vergessen, dass die Schweiz sehr lange ein armes Bergvolk war und Söldnerei eine der Möglichkeiten war, der Armut und dem Hunger daheim zu entfliehen (wer sich an die Heidi-Bücher erinnert: der Alm-Öhi ist so ein heimgekehrter Söldner). Der wahrscheinlich letzte Rest dieser Tradition ist die Schweizer Garde des Vatikan. Aber so kam es, dass die heimkehrenden Kriegsknechte die Traditionen anderer europäischer Länder, die die Kartoffel schon früher bei sich eingeführt hatten in die Berge zurückbrachten. Auch das keine urschweizerische Zutat. Was haben wir sonst noch? Zwiebeln, Äpfel, Milch, Sahne und Käse. Zwiebeln werden seit gut 2000 Jahren in Mitteleuropa angebaut, seit sie sich mit den römischen Legionären verbreitet haben, das soll wohl als lang genug gelten, um mehr oder weniger heimisch zu sein. Äpfel gibt es auch in Mitteleuropa in Wild- und Kulturform seit prähistorischen Zeiten. Auch wenn der wahrscheinlichste Ursprungsort der heute am häufigsten angebauten Sorten im Kaukasus zu finden ist, ist er doch schon sehr lange eines der Grundnahrungsmittel in den Alpen. Einen schönen Kurzabriss über die Anbaugeschichte des Apfels gibt es übrigens hier. Bleiben noch die Milchprodukte. Milchwirtschaft fing im fruchtbaren Halbmond in prähistorischer Zeit mit der Domestikation von Kuh, Ziege und Schaf an und hat sich recht schnell über Gesamteuropa verbreitet. Der Beginn der Käseherstellung in den Schweizer Bergen ist recht wahrscheinlich mit der Ankunft der Kelten im Alpenraum um 800 v. Chr. angesiedelt – eine echte Milchwirtschaft mit Überschussproduktion und Export gibt es seit ca. dem 9. oder 10. Jahrhundert n. Chr. beides Daten, die Milchprodukte als urschweizerisch einsortieren können.
Älplermagronen sind also eine gelungene Geschichte der Verschmelzung von Einflüssen aus anderen Ländern mit Schweizer Tradition zu einem harmonisch Neuen, das es geschafft hat über etwas mehr als 100 Jahre zu einer neuen Tradition zu werden, die als selbstverständlich Schweizerisch angesehen wird.

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Älplermagronen im schlechten Licht

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Brunnenkresse ist hier eines der ersten Frühlingsgemüse. In Berlin ja nicht ganz so und so hatte ich wenig Erfahrung, was und wie man denn damit machen will. Mein erstter (nicht dokumentierter) Versuch war eine Quiche mit Brunnenkresse und Blauschimmelkäse. Ein Schuss in den Ofen. Der Käse hat die Brunnenkresse völlig überlagert und es hätte ein beliebiges grünes Blattgemüse sein können, das sich daneben versucht zu behaupten. Also auf ein Neues. Dieses Mal ein Brunnenkressepesto. Um es kurz zu machen: auch das war kein voller Erfolg. Es war okay, man kann’s essen, aber wieder machen würde ich es nicht. Es ist keine schöne Ergänzung des Pestohimmels, in dem bei mir Basilikum, Petersilie, Bärlauch, getrocknete Tomate und in geringerem Maße auch Rucola wohnen. Natürlich jeweils mit passenden Nüsschen und Käse. Wer es dennoch einmal austesten will – hier Bild und dann auch Rezept:Brunnenkressepesto - Kochen für Schlampen

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Ich komme mir immer mal wieder vor wie Kleindoof aus der Provinz, wenn ich über den Markt gehe und gänzlich unbekannte oder zumindest in der Ausprägung unbekanntes Obst und Gemüse finde. Und mir dann erklären lasse, was das ist und was man damit macht – so neulich ganz wunderbare kleine Gurken aus Italien, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. Zum Glück weiss ich noch, welcher Stand mir das anbietet. Die Gürkchen sind nicht extrem gurkig, eher ein wenig süsslich und gemäss Anleitung des Verkäufers habe ich sie auch nur roh gegessen und nicht verkocht. Einfach so, mit nur einem Hauch Salz waren sie ganz wundberbar.
Den Mönchsbart hingegen kannte ich und war beim letzten Versuch (in Venedig? Ich kann mich gerade nicht erinnern) nur mässig beeindruckt. Aber da es eines der ersten Frühlingsgemüse ist, habe ich es dennoch wieder mitgenommen und nach diesem Rezept hier von Robert gekocht. Nur leicht abgewandelt für die Vegetarier unter uns. Ich habe mich zwar tapfer gehalten und Kapern mit reingetan, aber vor den Anchovies bin ich dann doch zurückgeschreckt. Muss ja sicher nicht sein… Jedenfalls ist das Ergebnis zwar nur so mittelhübsch, aber es ist ein schnelles, leckeres Essen für den Frühling, das es gern noch einmal für mich geben darf. Parmesan darauf ist highly optional: wer gern will, es schadet nicht, aber es wertet das Gericht auch nicht unendlich auf.

Spaghetti con Agretti - Kochen für Schlampen

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