Archive für Beiträge mit Schlagwort: Kochblogevent

Es wird zum gefühlt 300. Mal zum gemeinsamen Themenkochen eingeladen – wie immer von Zorra und das Thema hat dieses Mal Evchen ausgesucht: es geht um Kohl in allen Formen, Farben und Varianten. Kohl und ich haben eine etwas zerrüttete Beziehung. Ich mag verschiedene Sorten, manche habe ich erst als Erwachsene kennen- und schätzen gelernt und andere mag ich bis heute wahlweise gar nicht oder nur in sehr bestimmten Zubereitungsformen. Rosenkohl, Wirsing und Blumenkohl schätze ich zum Beispiel sehr.

Blog-Event CXVI - German Krautköpfe (Einsendeschluss 15. Februar 2016)

Rot- und Weisskohl sind da schon deutlich schwieriger. In bestimmten Zubereitungsarten und Formen: völlig ok bis sehr lecker. Aber zu oft habe ich die in der Form liebloser Pampe erlebt und habe da generell einen leichten Grusel vor. Was mich daran erinnert, dass ich beide Sorten mal in dicke Scheiben geschnitten im Ofen rösten wollte, in der Hoffnung, dass das Rösten seine übliche Magie walten lässt und etwas sehr leckeres daraus entsteht.
Hier allerdings habe ich mich ganz klassisch für Wirsing entschieden und eine kleine, schnelle Quiche draus gebaut. Für den spätentschlossenen Quiche-Bauer ist Quark-Öl-Teig immer eine gute Variante, weil es keine langen Gehzeiten gibt, wie bei Hefe- oder Mürbeteig. Die ihre eigene Berechtigung haben, aber an der Vorgabe ’schnell‘ scheitern.
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So. Nach kaum mehr als einem Jahr im Winterschlaf gibt es wieder einen Beitrag von mir. Kaoskoch von Hamburg kocht! hat dazu aufgerufen, typisch deutsche (mit Erlaubnis auch typisch Schweizerische) Gerichte zu kochen, zu verbloggen und zu erzählen woher die Zutaten kommen und wie es zu einem Traditionsgericht der jeweiligen Region geworden ist.
Blogevent: NOPEGIDA

Passenderweise habe ich im September eine Woche im Prättigau in einer Maiensäss verbracht und habe mich an einfachen Gerichten versucht. Schliesslich fand ich kochen auf einem Holzherd schon Herausforderung genug, da mussten nicht noch die Rezepte selber kompliziert sein. So gab es denn Graupeneintopf, Pellkartoffeln mit Quark und eben auch Älplermagronen. Sie gelten als eines der ganz typischen Gerichte der Innerschweiz und der Sennenbauern. Allerdings…. was ist daran denn eigentlich urschweizerisch? Und wie lange gibt es das Gericht schon so oder so ähnlich? Die zweite Frage ist einfach: in dieser Form gibt es Älplermagronen seit etwa 130 Jahren, lang genug um es als Tradition zu betrachten, aber halt gewiss nicht seit den Zeiten des Rütli-Schwurs dabei. in den 1870-80er Jahren kamen die Makkaroni (Magronen) mit den Italienischen Gastarbeitern des Gotthard-Tunnels in die Schweiz und wurden mit Begeisterung aufgenommen von den Bergbauern, da sie leicht zu transportieren waren, lange halten und eine schöne Kaloriendichte mit sich bringen. Alles wichtige Punkte, wenn alle Vorräte auf dem Rücken die Berge hoch transportiert werden müssen.
Ergänzt werden Kartoffeln, die zu der Zeit schon als billige, heimische Zutat betrachtet werden, allerdings kamen auch sie erst im 18. Jahrhundert mit heimkehrenden Söldnern in die Schweiz. Seit dem Mittelalter gab es in mehreren europäischen Nationen Schweizerische Söldner, die mit Beginn der Neuzeit teilweise zu feststehenden Regimenten wurden.Man darf nicht vergessen, dass die Schweiz sehr lange ein armes Bergvolk war und Söldnerei eine der Möglichkeiten war, der Armut und dem Hunger daheim zu entfliehen (wer sich an die Heidi-Bücher erinnert: der Alm-Öhi ist so ein heimgekehrter Söldner). Der wahrscheinlich letzte Rest dieser Tradition ist die Schweizer Garde des Vatikan. Aber so kam es, dass die heimkehrenden Kriegsknechte die Traditionen anderer europäischer Länder, die die Kartoffel schon früher bei sich eingeführt hatten in die Berge zurückbrachten. Auch das keine urschweizerische Zutat. Was haben wir sonst noch? Zwiebeln, Äpfel, Milch, Sahne und Käse. Zwiebeln werden seit gut 2000 Jahren in Mitteleuropa angebaut, seit sie sich mit den römischen Legionären verbreitet haben, das soll wohl als lang genug gelten, um mehr oder weniger heimisch zu sein. Äpfel gibt es auch in Mitteleuropa in Wild- und Kulturform seit prähistorischen Zeiten. Auch wenn der wahrscheinlichste Ursprungsort der heute am häufigsten angebauten Sorten im Kaukasus zu finden ist, ist er doch schon sehr lange eines der Grundnahrungsmittel in den Alpen. Einen schönen Kurzabriss über die Anbaugeschichte des Apfels gibt es übrigens hier. Bleiben noch die Milchprodukte. Milchwirtschaft fing im fruchtbaren Halbmond in prähistorischer Zeit mit der Domestikation von Kuh, Ziege und Schaf an und hat sich recht schnell über Gesamteuropa verbreitet. Der Beginn der Käseherstellung in den Schweizer Bergen ist recht wahrscheinlich mit der Ankunft der Kelten im Alpenraum um 800 v. Chr. angesiedelt – eine echte Milchwirtschaft mit Überschussproduktion und Export gibt es seit ca. dem 9. oder 10. Jahrhundert n. Chr. beides Daten, die Milchprodukte als urschweizerisch einsortieren können.
Älplermagronen sind also eine gelungene Geschichte der Verschmelzung von Einflüssen aus anderen Ländern mit Schweizer Tradition zu einem harmonisch Neuen, das es geschafft hat über etwas mehr als 100 Jahre zu einer neuen Tradition zu werden, die als selbstverständlich Schweizerisch angesehen wird.

aelplermagronen

Älplermagronen im schlechten Licht

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Beim aktuellen Wettekochen hat sich Schnick Schnack Schnuck das Thema

Blog-Event LXI - The Real Deal (Einsendeschluss 15. Oktober 2010)

ausgesucht. Die Aufgabe ist es, sich ein Fertiggericht, bzw. Convenienceprodukt zu nehmen und es in ordentlicher Qualität, evtl. leicht abgewandelt, selber herzustellen. Es traf sich sehr gut, dass etwa zeitgleich mit dem Thema ein Geburtstagskaffee im familiären Kreise anstand und ich gebeten wurde, einen Kuchen mitzubringen (Egal was, wird doch immer gut, wenn Du was bäckst). Die weite Entscheidungsfreiheit ist mir leider genommen worden und wurde eingeschränkt auf: Rührkuchen, mach doch bitte einen Zitronenkuchen oder Marmorkuchen, sowas einfaches halt. Kann ich ja auch. Außerdem gab es da dieses Rezept für einen mit Sirup getränkten Zitronenkuchen bei der Haushaltsgöttin, das ich schon länger mal austesten wollte. Ich mochte die Idee, den Zuckerguss soweit zu verflüssigen, dass man mit ihm den Kuchen tränkt, statt mit einer schützenden Schicht zu versehen. Soweit, so gut. Eingedenk des Event-Themas habe ich mich dunkel daran erinnert, dass es doch diesen Fertig-Teig für Zitronenkuchen gibt. Der wohnt im Supermarkt nichteinmal im Kühlregal, sondern neben den anderen Backmischungen. Der ist für die ganz faulen: hier muss nichts mehr hinzugefügt werden, keine Butter, keine Eier, gar nichts. Nur den Beutel aufschneiden, in eine Form geben, backen und fertig. Die Schachtel sieht so aus:

Drin ist auch etwas – nämlich die folgenden Zutaten:

Natürlich steht hier Tarte au Citron dran und nicht Zitronenkuchen, aber es sieht so aus und ist von den Zutaten her ein einfacher Zitronenrührkuchen. Unter einer Tarte au Citron verstehe ich eher so etwas wie das hier. Pflanzenöl per se ist im Rührkuchen nicht verwerflich, zumindest im Muffin habe ich das selber schon erfolgreich angewendet, muss aber gestehen, dass ich im Normalfall lieber Butter drin sehe (nein, auch keine Margarine). Zucker, Stärke, Vollei, Mehl… alles gut. Feuchthaltemittel Glycerin. Bäh. Da denke ich eher an Seife und überhaupt wird Glycerin  als Frostschutzmittel, Schmierstoff, Weichmacher und Süßungsmittel verwendet. Das ist nicht sehr vertrauensbildend. Salz, gut. Aroma, hmm… abgeriebene Zitronenschale ist auch Aroma, aber die Tatsache, dass hier nichteinmal ’naturidentisch‘ geschweige denn natürliches Aroma steht, lässt mich ein wenig misstrauisch sein. Backtriebmittel: unproblematisch. Kaliumsorbat soll unbedenklich sein und  hemmt das Wachstum von Hefen, Schimmelpilzen und einigen Bakterien, aber so gern habe ich das nicht in meinem Essen. Xanthan muss ich nicht haben, halte ich aber auch nicht für so arg problematisch. Riboflavin, obwohl es der Familie der B-Vitamine entstammt, ist selbst in Überdosierung nicht giftig und eigentlich nur dazu da, dem Kuchen eine schöne gelbe Farbe zu verpassen, schließlich ist keinerlei farbgebende Butter im Teig, könnte man also genausogut weglassen.

Dann doch lieber selber schnell einen Kuchen zusammenrühren, da weiß man, was man hat und es schmeckt noch dazu besser.

 

Draufsicht

 

 

Ansicht

 

 

Gesamtwerk

 

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Mir war das Thema ja ein wenig zu weit gefasst: ‚ohne‘.
Schließlich koche ich schon ein Leben lang ohne Fleisch, so dass ich quasi ein beliebiges Rezept des Blogs zum Thema passend hätte einreichen können. Um ein wenig herausfordernder für mich zu werden, habe ich mich eingeschränkt auf das Thema vegan, dass qua definitonem dann auch laktosefrei ist. Und weil hier Kaloriendichte schwer zu erreichen ist, ist es auch eher kalorienarm und noch dazu nicht besonders reich an Kohlenhydraten (wurde mir zumindest mal gesagt…). Wie man sieht, habe ich das Thema ‚ohne‘ wirklich versucht, in ein schönes Essen umzusetzen. Vor dem Thema vegan stehe ich wahrscheinlich ähnlich hilflos wie die meisten Fleischesser vor dem Thema vegetarisch. Ich weiß, dass es eine große, bunte Welt ist, aber wenn ich dazu gewzungen werde, mich daran zu halten, habe ich auf einmal keine Ideen mehr. Deswegen war ich ganz froh, mich an das vegetarische Chili erinnert zu haben, das hier sehr passend ist. Zumal ich häufig alle Zutaten in der Vorratskammer, bzw. im Kühlschrank habe. Ich verlasse mich hier sehr darauf, Halbfertigprodukte einzusetzen, so dass der Eintopf noch dazu in Windeseile und mit wenig Arbeit fertig ist.
Banner zu mit ohne:

Blog-Event-LV - Ohne (Einsendeschluss 15. April 2010)

Und Ansicht des Chilis:

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Anikó hat uns alle eingeladen und viele haben mitgespielt: Blogger schicken anderen Bloggern Proben ihrer Weihnachtskekse. Im Interesse der Vielfalt sollten es mindestens 2, besser mehr Sorten sein. Meine Geiseln sind mit der Post noch an ihren Bestimmungsort unterwegs & ich hoffe, dass sie bald sicher ankommen werden.

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Letzten Samstag, Anikó war schon bei mir, sind wir von unserem Streifzug durch die Stadt wiedergekommen, kurz frisch machen, bevor es auf den Weg in den Prenzlauer Berg zum Kochen ging, als ich noch brav in meinen Briefkasten geschaut habe. Und siehe da: eine kleine Karte hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich doch bitte ein Päckchen bei der lokalen Packstation abholen kommen soll. Am Samstag: keine Chance. Wir waren eh schon ein wenig spät dran. Aber am Nikolaus konnte ich mich dann über ein wunderbares Päckchen freuen! Inhalt:

Ich habe nicht nur Kekse bekommen, bei denen die einzelnen Schichten sorgfältig durch Pergamentpapier voneinander getrennt waren, so dass es nahezu keinen Transportschaden gegeben hat, es gab auch noch zur Jahreszeit passende Servietten, eine nette Karte und einen Weihnachtsmannausstecher, der noch darauf wartet, von mir eingeweiht zu werden. Egal wie ungeschickt ich mich beim Verzieren anstelle: das muss dann sein.

Viele Lagen schöner Kekse haben mich erwartet. Einen Teil der Kekse haben der GröFaZ de la cuisine, der aus der Schweiz eingeflogen war, Anikó, tapfer aus Nordhessen angereist, und ich gleich an Nikolaus mit ein wenig Tee zu uns genommen. Ich habe es noch nicht geschafft, alle Sorten durchzuprobieren. Ich bin voller Vertrauen, dass es mir noch gelingen wird.

Kurz zusammengefasst: ich freue mich über meine Geiseln sehr, allerdings werden sie nur kurz ihre Freiheit in Berlin genießen dürfen, bevor bei Ihnen Gefahr für Leib und Keks soweit zunimmt, dass sie nach und nach alle das Zeitliche werden segnen müssen. In Begleitung zu Tee, so erscheint es zumindest am Wahrscheinlichsten.

Vielen Dank an Petra von Chili und Ciabatta!