Archive für Beiträge mit Schlagwort: Zitronenkuchen

Der Frühling hat mit aller Macht gestartet und uns die letzten Tag ordentlich Sonne gegeben (ok, und teilweise morgendlichen Hochnebel, aber man kann ja nicht alles haben). Um die Sonne widerzuspiegeln auf meinem Tellereben habe ich diese wirklich zitronengelbe Tarte au Citron gebastelt. Schliesslich hatte ich die Tage Meyer Zitronen beim Jelmoli gefunden und habe sie trotz des absurden Preises gekauft. Von daher sollten sie von mir auch eine Paraderolle bekommen und nicht in einem Gericht einfach ein wenig untergehen. Gesucht, gefunden. Rezept bei David Lebovitz und da is im Endeffekt nur gestocktes Lemon Curd (Manna) auf einem schön krümeligen Tartenboden ist, wurde es prompt während des Hochnebels umgesetzt, damit dann alles bereit ist für ein wenig Rumlümmeln auf der noch winterlich-unordentlichen Terrasse ab dem Mittag ist. Mit Tee und Kuchen. Perfekt. Eigentlich hätte nur noch ein Schuldroman gefehlt, da es davon aber gerade keine hatte, musste ich mit ‚Why Nations Fail‘ Vorlieb nehmen. Sehr weit bin ich noch nicht dabei gekommen, ich bin gespannt, wo da die Reise hingeht und ob die Titelfrage wirklich beantwortet werden wird.

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Pacman in Kuchenform! Sah irgendwie total so aus.

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Die Tarte ist ziemlich tart. Ein wenig Sahne zum Abmildern kam da gerade recht. Wer es nicht so tart mag, der möge die Zuckermenge auf fluffige 150g im Lemon Curd erhöhen, dann wird es ein wenig süsser im Allgemeinen.

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Beim aktuellen Wettekochen hat sich Schnick Schnack Schnuck das Thema

Blog-Event LXI - The Real Deal (Einsendeschluss 15. Oktober 2010)

ausgesucht. Die Aufgabe ist es, sich ein Fertiggericht, bzw. Convenienceprodukt zu nehmen und es in ordentlicher Qualität, evtl. leicht abgewandelt, selber herzustellen. Es traf sich sehr gut, dass etwa zeitgleich mit dem Thema ein Geburtstagskaffee im familiären Kreise anstand und ich gebeten wurde, einen Kuchen mitzubringen (Egal was, wird doch immer gut, wenn Du was bäckst). Die weite Entscheidungsfreiheit ist mir leider genommen worden und wurde eingeschränkt auf: Rührkuchen, mach doch bitte einen Zitronenkuchen oder Marmorkuchen, sowas einfaches halt. Kann ich ja auch. Außerdem gab es da dieses Rezept für einen mit Sirup getränkten Zitronenkuchen bei der Haushaltsgöttin, das ich schon länger mal austesten wollte. Ich mochte die Idee, den Zuckerguss soweit zu verflüssigen, dass man mit ihm den Kuchen tränkt, statt mit einer schützenden Schicht zu versehen. Soweit, so gut. Eingedenk des Event-Themas habe ich mich dunkel daran erinnert, dass es doch diesen Fertig-Teig für Zitronenkuchen gibt. Der wohnt im Supermarkt nichteinmal im Kühlregal, sondern neben den anderen Backmischungen. Der ist für die ganz faulen: hier muss nichts mehr hinzugefügt werden, keine Butter, keine Eier, gar nichts. Nur den Beutel aufschneiden, in eine Form geben, backen und fertig. Die Schachtel sieht so aus:

Drin ist auch etwas – nämlich die folgenden Zutaten:

Natürlich steht hier Tarte au Citron dran und nicht Zitronenkuchen, aber es sieht so aus und ist von den Zutaten her ein einfacher Zitronenrührkuchen. Unter einer Tarte au Citron verstehe ich eher so etwas wie das hier. Pflanzenöl per se ist im Rührkuchen nicht verwerflich, zumindest im Muffin habe ich das selber schon erfolgreich angewendet, muss aber gestehen, dass ich im Normalfall lieber Butter drin sehe (nein, auch keine Margarine). Zucker, Stärke, Vollei, Mehl… alles gut. Feuchthaltemittel Glycerin. Bäh. Da denke ich eher an Seife und überhaupt wird Glycerin  als Frostschutzmittel, Schmierstoff, Weichmacher und Süßungsmittel verwendet. Das ist nicht sehr vertrauensbildend. Salz, gut. Aroma, hmm… abgeriebene Zitronenschale ist auch Aroma, aber die Tatsache, dass hier nichteinmal ’naturidentisch‘ geschweige denn natürliches Aroma steht, lässt mich ein wenig misstrauisch sein. Backtriebmittel: unproblematisch. Kaliumsorbat soll unbedenklich sein und  hemmt das Wachstum von Hefen, Schimmelpilzen und einigen Bakterien, aber so gern habe ich das nicht in meinem Essen. Xanthan muss ich nicht haben, halte ich aber auch nicht für so arg problematisch. Riboflavin, obwohl es der Familie der B-Vitamine entstammt, ist selbst in Überdosierung nicht giftig und eigentlich nur dazu da, dem Kuchen eine schöne gelbe Farbe zu verpassen, schließlich ist keinerlei farbgebende Butter im Teig, könnte man also genausogut weglassen.

Dann doch lieber selber schnell einen Kuchen zusammenrühren, da weiß man, was man hat und es schmeckt noch dazu besser.

 

Draufsicht

 

 

Ansicht

 

 

Gesamtwerk

 

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Neulich gab es ja schon einen Rührkuchen,  jetzt gibt es einen Rührkuchen und ich plane für das nächste Wochenende, wieder einen Rührkuchen zu machen. Ein wenig habe ich das Gefühl, dass es beim Backen ähnlich ist wie beim Nähen historischer Kleidung. Man fängt mit einfachen Sachen an, weil man kompliziertere Sachen eh nur vermasseln würde und  ist dann irgendwann unglaublich stolz, dass man die Festkleidung des Adels nähen kann und macht das nur noch. Nur um dann irgendwann festzustellen, dass mittelklasse Alltagskleidung die eigentliche Herausforderung ist.

Genauso habe ich irgendwann mit Rührkuchen beim Backen angefangen, habe mich zu (relativ) elaborierten Torten hochgearbeitet und finde es nun viel spannender, einfache Kuchen wirklich gut hinzubekommen. Nächstes Wochenende will ich einen Kuchen machen, der auf das absolute Minumum reduziert wurde. Er besteht ausschließlich aus Mehl, Zucker, Butter und Eiern. Es wird keine Möglichkeit geben, mangelnde Qualität bei auch nur einer der Zutaten zu überdecken. Ich bin gespannt. Dieser Kuchen ist nicht ganz so reduziert – es ist ein wunderbarer Zitronenkuchen. Ich habe sogar ein kleines Stück probiert – sehr lecker. Und weil ich die Cup-Angaben von Carole Walters überhaupt nicht leiden kann, habe ich ein paar offizielle Umrechentabellen zu Hilfe genommen und hier normale Einheiten angegeben. Ergebnis:

zitronenruehrkuchen

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